Neuer Film "The Missing" startet: Cate Blanchett nutzt Berlinale für Schönheitsschlaf
VON DÖRTE LANGWALD - zuletzt aktualisiert: 08.02.2004 - 13:54Berlin (rpo). "Herr der Ringe"-Star Cate Blanchett stellte in Berlin den Western "The Missing" vor, in dem sie mit ihrem Filmvater Tommy Lee Jones den Spuren verbrecherischer Indianer folgt. Auf der Pressekonferenz verriet die australische Schauspielerin: "Nachdem ich wegen meines kleinen Sohnes in den letzten zwei Jahren nur wenig Nachtruhe hatte, nutze ich meinen Besuch hier, um mich mal so richtig auszuschlafen".
Den Blitzurlaub an der Spree kann die strahlend schöne Blanchett (erschien in feenhaftem weiß) gut gebrauchen: In nur wenigen Wochen wird sie zum zweiten Mal Mutter. "Zum Glück habe ich keinen Job mit festen Bürozeiten. Statt dessen kann ich meine Kinder mit zur Arbeit nehmen, habe zwischendurch auch immer wieder Pausen, in denen ich viel zu Hause bin. Während der Dreharbeiten zu "The Missing" hat mein Sohn laufen gelernt und mit den Pferden am Set gespielt. Welches Kind kann das schon?", erklärte sie.
Der Neo-Western von Ron Howard (gewann 2001 für "A Beautiful Mind" mehrere Oscars) spielt in der Einöde des amerikanischen Südwestens. Heilerin Maggie (Blanchett) steht mit ihren Töchtern Dot und Lilly alleine ihre Frau. Mit Farmarbeiter Brake teilt sie zwar ihr Bett, wahre Emotionen lässt sie aufgrund traumatischer Kindheitserlebnisse jedoch nicht zu. Eines Tages erscheint Maggies Vater Samuel (Jones) auf ihrem Anwesen - ein wortkarger Kauz, der einst seine Familie verließ, um bei den Apachen zu leben. Maggie verweist den Mann des Hauses. Doch als kurz darauf ihre Tochter Lilly von einer brutalen Indianer- Gang entführt wird, bittet sie ihren gehassten Vater um Hilfe. Samuel, Maggie und Klein-Dot machen sich auf die gefährliche Jagd nach den Kidnappern.
Anders als in herkömmlichen Western stellt Regisseur Howard nicht die abenteuerliche Verfolgung der Indianer in den Vordergrund, sondern untersucht vielmehr das Beziehungsgeflecht zwischen Vater und entfremdeter Tochter. "Das Drehbuch faszinierte mich, weil es ein spirituelles Element hat und seine Figuren psychologisch betrachtet. Zudem erfährt man durch die Geschichte viele spannende Hintergründe aus dem Alltag dieser Zeit", so Howard. "The Missing" ist kein typischer Genre-Vertreter, sondern eher ein metaphysisches Drama im romantisch-rauen Wildwest-Gewand. Cate Blanchett ergänzt: "Mein Vater ist Texaner, ich wurde mit John Wayne-Filmen groß. Das Western-Genre war für mich immer eine männliche Domäne. Dieser Film wird aber aus der Sicht einer Frau erzählt und stellt ihren Überlebenskampf in dieser harten Zeit dar. Das hat mich an dieser Rolle gereizt".
Eine gute Figur macht Fräulein Blanchett im harten Sattel ihres Mustangs. Die meisten Szenen spielen hoch zu Ross - wie hat sich die zarte Aktrice auf diese körperliche Herausforderung vorbereitet? "Ehrlich gesagt, begebe ich mich nur ungern an Orte, an denen es keine Espressomaschine gibt, aber für "The Missing" musste ich wochenlang in der Prärie reiten üben. Ich hatte Ron Howard versprochen, dass ich ihn nicht enttäuschen würde. Also musste ich ran. Außerdem ist Tommy Lee ein fantastischer Reiter, ich wollte neben ihm nicht lächerlich aussehen (lacht)".
Aufgrund des Star-Mangels auf der Berlinale bedankten sich die Journalisten bei Cate Blanchett für ihr Kommen - trotz der anderen Umstände, in denen sie sich befindet. "Naja, wenn außer mir kaum jemand da ist, erhöht das vielleicht meine Chancen auf einen Goldenen Bären", meint Blanchett und kichert vergnügt in die Kameras. "The Missing" startet am 12. Februar deutschlandweit.
Dörte Langwald
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