Diese Auszeichnung war bereits erwartet worden: Christoph Waltz hat den Oscar als "Bester Nebendarsteller" in dem Film "Inglourious Basterds" gewonnen.
Die Auszeichnung nahm der Österreicher aus den Händen von Penelope Cruz entgegen.
Zuvor hatte er bereits den Golden Globe gewonnen. Es gehört zur Ironie dieser Geschichte, dass Waltz Ende der 70er Jahre gesagt bekam, als Österreicher in Hollywood werde er für den Rest seines Lebens in Filmen durch den Hintergrund rennen und "Heil Hitler" rufen.
Inzwischen hat der 53-Jährige auch einen eigenen Agenten in Hollywood. Eben drehte er "The Green Cornet" ab. In der Comic-Verfilmung ersetzte Regisseur Michel Gondry mit ihm den abgesprungenen Nicolas Cage. Und in "The Talking Cure" dreht er zurzeit mit Keira Knightley.
In wenigen Rolle seiner verschlungenen Biografie durfte der Sohn eines Bühnen- und Kostümbildner-Paares sein Potential abrufen. Höchstens am Anfang im Theater, bei Regisseuren wie August Everding und Jürgen Flimm. Oder zwischendurch einmal, in "Die Roy-Black-Story" von 1996 etwa und in "Tanz mit dem Teufel", wo er 2001 den Oetker-Entführer Dieter Zlof spielte. Große Momente im Fernsehen.
Doch dann, endlich, kam Tarantino, der Regisseur mit dem Blick für das Abwegige und die Abwesenden. Er erkannte das Genie des am Lee-Strasberg-Institut und am Reinhardt-Seminar ausgebildeten Darstellers.
Waltz, Vater von vier Kindern, lebt mit der Kostümbildnerin Judith Holste in London. Er spricht in Tarantinos Film vier Sprachen.
Waltz wirkte in Cannes, wo er im Sommer den Darstellerpreis gewann, noch wie ein Gast. "Ich habe intensiv daran gearbeitet, auch im Verlauf der letzten 20 Jahre mit zunehmendem Erfolg nicht deppert zu werden", sagte er in seiner verschobenen Grammatik.