Geburtstag: Clint Eastwood: Der stille Kämpfer wird 75
zuletzt aktualisiert: 31.05.2005 - 07:00Düsseldorf (rpo). Er schwamm häufig gegen den Strom - und wurde dafür gerade erst mit einem Oscar belohnt. Für sein "Million Dollar Baby" mit Hilary Swank mimte er den alternden, frustrierten Box-Trainer. Und zeigte damit einmal mehr seine Wandlungsfähigkeit und seinen Hang zu interessanten, unkonventionellen Geschichten. Am Dienstag wird der Hollywood-Star, der sowohl schauspielert als auch Regie führt, 75 Jahre alt .
Auch wenn manche seiner Filme – wie auch „Mystic River“ von 2003, kleine, stille Geschichten erzählen, sollte man sich als Zuschauer nie auf diese vermeintliche Ruhe verlassen. Häufig brodelt es unter dem Deckmantel des Lebens ganz normaler Leute. Als einer der wenigen Stars im sonst häufig erbarmungslos jungen Hollywoods konnte Eastwood auch spät noch interessante Rollen belegen, die „Million Dollar Baby“- Figur des Frankie Dunn ist nur eine davon. Und sein von Falten durchzogenes Gesicht ist beliebt, gerade die sichtbaren Zeichen der Zeit machen das Interessante an ihm aus. Männlich und kraftvoll, das ist es, was nicht nur die weiblichen, sondern auch die männlichen Fans an ihm mögen, sein Charakter altert in Würde. Gerade das Scheitern ist es, das seine Charaktere liebenswert und sympathisch macht. Die Themen sind existentiell: Liebe und Hass, Leben und Tod, Schuld und Sühne.
Reife Rollen
In „Die Brücken am Fluss“ (1995), der gerade die weiblichen Kino-Gänger zu Tränen rührte, demonstrierte Eastwood den Hang zu reifen Rollen, indem er nicht nur sich, sondern auch Meryl Streep in einer kurzen Liaison zweier nicht mehr ganz junger Menschen zeigt. Sein 1992 gedrehter Western „Erbarmungslos“ schrieb Geschichte, und auch in „Blood Work“ oder „Die zweite Chance“ überzeugte der Schauspieler den Zuschauer mit seiner sparsamen Mimik. Nie überdreht, immer ehrlich und unverwechselbar. Häufig prägt das Verstummen seine Figuren, wie etwa in den unvergesslichen „Dirty Harry“-Episoden als Harry Callahan. Ein Augenzwinkern bewirkt bei ihm häufig mehr als übertriebenes Gestikulieren bei anderen Darstellern.
Berühmt und beliebt wurde er unter anderem mit den „Dollar“-Filmen von Sergio Leone in den sechziger Jahren. Als Sex-Symbol könnte man ihn fast bezeichnen, wie er in „Betrogen“ (1970) als verletzter Soldat bei jungen Mädchen in einem Internat unterkommt und dort die Gemüter hochkochen. Dabei war er beileibe nicht immer nur der Gute, Brave, Redliche – auch wenn er zunächst als solcher startet, holt ihn, ob als Cop in „Der Wolf hetzt die Meute“ oder in „Der Mann, der niemals aufgibt“, wo er (nomen est omen) bis zum Schluss versucht, gegen das Böse, die Korruption etwa, zu kämpfen. Auch wenn ihm dies nicht gelingt. Ein Kämpfer, der nicht aufgibt, das lieben die Menschen an ihm.- RP ONLINE
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