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Rocky kehrt noch einmal zurück

"Creed" ist eine gelungene Fortsetzung der Reihe mit Sylvester Stallone. Von Günter H. Jekubzik

Die Reihe der "Rocky"-Filme mit Sylvester Stallone wird nun mit "Creed" fortgesetzt und zugleich neu gestartet. 40 Jahre nachdem Rocky Balboa als Newcomer im ersten "Rocky"-Film den Champion herausforderte, geht der Sohn seines größten Gegners, Apollo Creed, den gleichen Weg. Adonis Johnson Creed (Michael B. Jordan) ist ein wütender schwarzer Mann, der seinen Vater nie kannte. Der war mit einer anderen Frau verheiratet und starb vor Adonis' Geburt. Die Wut lässt sich auch durch Ausbildung und guten Job nicht besänftigen. Außerdem will auch der junge Creed boxen, so sehr, dass er sich in eine Projektion des Film-Fights von Rocky gegen Apollo stellt, um mitzukämpfen.

Deshalb zieht er von Hollywood nach Philadelphia, um Rocky Balboa als Trainer zu reaktivieren. Scherze über den altmodischen Restaurant-Chef, der Creed anfangs nicht trainieren will, machen die Fortsetzung entspannt unterhaltsam. Eine glaubhafte Liebe vervollständigt die bekannten Elemente. Bill Contis Melodie zu "Gonna Fly Now" wird respektvoll variiert.

FOTO: dpa, hjb

Nach "Southpaw" mit Jake Gyllenhaal ist "Creed" der zweite aktuelle Box-Film, der neue Wege geht. In einem Schlüsselmoment folgt die Kamera nicht dem jungen Boxer Creed in den Ring, sondern bleibt beim alten Trainer am Rand. Denn "Creed" wagt die Verbindung zweier Kämpfe: Gegen den Gegner im Ring und gegen den Krebs. Es geht noch einmal die berühmten Treppen hoch, doch der alte, kranke Mann schafft sie jetzt kaum mehr.

Dass Sylvester Stallone für diesen Part gerade mit einem, seinem ersten, Golden Globe als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde, ist teilweise der Begeisterung zuzuschreiben, diesen Rocky und Rambo endlich mal in einer Charakterrolle zu sehen. Und der nette, alte Onkel steht ihm besser als der Action-Held im Rentenalter. So sorgt Stallone für das Sentiment, aber auch für den Spaß mit altmodischem Training im Hühnerhof.

Trailer: "Creed"

"Creed" ist nicht der typische Boxer-Film. Es geht viel um alte und neue Freundschaften, ein überraschendes Paar. Die Handlung verläuft undramatisch, und natürlich wird auch geboxt, was mit der neuerlich üblichen sichtbaren Anwesenheit der Filmkamera am Boxring recht unspektakulär geschieht.

Creed - Rocky's Legacy, USA 2015 - Regie: Ryan Coogler, mit Michael B. Jordan, Sylvester Stallone, Tessa Thompson, Phylicia Rashad 133 Min.

Quelle: RP
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