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"Criminal Activities": John Travolta darf wieder Gangster spielen

"Criminal Activities": John Travolta darf wieder Gangster spielen
Als der geplante Börsencoup floppt, setzt Mafiapate Eddie (John Travolta) die Geschäftspartner mithilfe zweier Killer unter Druck. FOTO: dpa, ske sab
Düsseldorf. Der Gangsterfilm "Criminal Activities" reicht zwar nicht ganz an Werke von Quentin Tarantino heran. Der hochkarätig besetzte Thriller macht trotzdem Spaß.

Coole Musik, elfenbeinverzierte Schusswaffen, Drogen, Gewalt und ein klein bisschen Sex: Mit diesem Mix entwirft Regisseur Jackie Earle Haley eine Hommage auf das Werk von Quentin Tarantino. Die Zutaten des Films "Criminal Activities" erinnern besonders an dessen ikonisches Werk "Pulp Fiction", das nicht zuletzt durch John Travolta zum Kultklassiker wurde. Eben dieser US-Altstar übernimmt auch in Haleys Thriller als Nebendarsteller die Schlüsselrolle des charismatischen Mafiapaten Eddie. Und er macht den Antihelden des Films mächtig Druck.

Zuschauer, die nun tatsächlich einen neuen Tarantino erwarten, dürften eher enttäuscht sein. Jene aber, die den Vergleich mit dem großen Vorbild nicht allzu ernst nehmen, erleben mit "Criminal Activities" einen überaus unterhaltsamen Abend, auch wenn das Drehbuch teils recht konstruiert wirkt und die Coolness manchmal ein wenig gewollt. Die eher abwegige Geschichte, oft fast eine Gangsterkomödie, macht trotzdem Spaß und hält einige überraschende Wendungen bereit.

Ein angeblich sicherer Deal

Thriller- und Serien-Fans können sich jedenfalls auf eine hochkarätige Besetzung freuen. Vor allem Dan Stevens, der in der Serie "Dowton Abbey" den zum Großgrundbesitzer avancierten Protagonisten Matthew Crawley verkörpert, ist hier in einer ganz andere Rolle auf der Leinwand zu sehen – und dabei stark wie nie zuvor.

In die "kriminellen Aktivitäten" des Filmtitels werden ausgerechnet vier junge Männer verwickelt, die bislang noch überhaupt keine Berührung mit dem Mafia-Milieu hatten. Bei der Beerdigung ihres Kumpels Matthew treffen sich die drei früheren Schulfreunde Zach ("Boardwalk Empire"-Star Michael Pitt), Warren ("Girls"-Seriendarsteller Christopher Abbott) und Bryce (Rob Brown). Inzwischen stehen alle mitten im Leben. Später in der Kneipe stößt zu ihnen noch Noah (Dan Stevens), der ewige Außenseiter, den keiner von ihnen richtig mag.

Entführung als letzter Ausweg

Beim Joint im Auto aber sehen die drei Kumpels über diese Abneigung hinweg. Denn Noah soll einen heimlichen Deal finanzieren: einen angeblich sicheren Insider-Handel, mit dem sie den großen Reibach machen wollen. Als der geplante Börsencoup floppt, setzt der Mafiapate Eddie (cool und komisch: John Travolta) die Geschäftspartner mithilfe zweier Killer mächtig unter Druck. Denn er hatte Noah viel Geld für die Investition geliehen.

Damit sie sich aus der Bredouille herauswinden können, sollen die vier Jungs den farbigen Gangster Marques entführen. Keine leichte Aufgabe, denn in Sachen Kriminalität sind sie komplett grün hinter den Ohren. Irgendwie gelingt es ihnen zwar, den Auftrag auszuführen, aber über die Konsequenzen hat sich natürlich keiner von ihnen Gedanken gemacht. Marques ist seinen Entführern, die aus Nervosität jede Menge Fehler machen, hoch überlegen - und liefert sich mit ihnen ein paar feine Dialogschlachten.

(dpa)
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