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Berlinale 2005: Daniel Day-Lewis trauert um Schwiegervater Arthur Miller

VON DÖRTE LANGWALD - zuletzt aktualisiert: 15.02.2005 - 16:37

Berlin (rpo). Tapferer Daniel Day-Lewis. Vor wenigen Tagen verstarb sein Schwiegervater, der amerikanische Literat Arthur Miller. Trotz dieses schmerzlichen Verlustes erschienen der 47-jährige Schauspieler und seine Frau, die Regisseurin Rebecca Miller, am Dienstag in Berlin. Sie stellten ihren gemeinsamen Film "The Ballad of Jack and Rose" vor. Day-Lewis spielt die Hauptrolle in dem bittersüßen Werk, bei dem seine Gattin Regie geführt und das Drehbuch geschrieben hatte.

War mit Mütze und Vollbart kaum zu erkennen: Daniel Day-Lewis.  Foto: AP, AP
War mit Mütze und Vollbart kaum zu erkennen: Daniel Day-Lewis. Foto: AP, AP

Seit "Gangs of New York" (2002) hat Daniel Day-Lewis keinen Film mehr gedreht. Nun überschattet sein Leinwand-Comeback ausgerechnet der tragische Trauerfall in seiner Familie. Kaum wieder zu erkennen war der Oscar-Preisträger ("Mein linker Fuß"), als er mit Vollbart und Mütze zur Pressekonferenz in Berlin erschien.

In seinem neuen Film spielt er den Umweltidealisten Jack, der gemeinsam mit seiner Tochter Rose auf einer idyllischen Insel vor der Westküste der USA wohnt. Hier hatte Jack mit einer Gruppe von Gleichgesinnten in den 60er Jahren eine Kommune errichtet – ein kleines Dorf, das sich ganz ursprünglich versorgt und dem Fortschritt der Modernisierung strotzt. Doch mit der Zeit wanderten die anderen Öko-Aktivisten ab. Nur Jack und Rose blieben übrig und leben seither ein Leben fern der Zivilisation. Doch die beiden Aussteiger müssen ihr paradiesisches Elfenbeinturm-Dasein immer mehr gegen äußere Einflüsse verteidigen. Während Jack gegen einen Baulöwen kämpft, der die Insel mit spießigen Eigenheimen besiedelt, wehrt sich Rose gegen Jacks Langzeitgeliebte Kathleen, die eines Tages mit ihren Söhnen in das Häuschen der beiden Insulaner einzieht. Die Veränderungen in dem bislang so isoliert geführten Leben von Jack und Rose haben für alle Beteiligten ungeahnte Folgen.

Stellten den Film "The Ballad of Jack and Rose" vor: der irische Schauspieler Daniel Day-Lewis und die Regisseurin Rebecca Miller, seine Frau. Foto: AP, AP

In poetischen Bildern, unterlegt mit wunderschönen Songs von Bob Dylan und Nina Simone, erzählt Rebecca Miller (schrieb auch das Drehbuch zu "Proof", der mit Anthony Hopkins verfilmt wurde) eine ebenso berührende wie sanft-ironische Geschichte von verlorenen Träumen und von der immerwährenden Hoffnung auf einen Neuanfang.

Daniel Day-Lewis erklärte, schon bevor er und Rebecca ein Paar wurden (das Paar heiratete 1996, hat zwei Söhne) habe ihm seine künftige Frau das Drehbuch vorgelegt: "Das war vor neun Jahren. Damals fühlte ich mich noch nicht in der Lage, diese Rolle anzunehmen. Mir fehlte die innere Kraft dazu. Außerdem hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Kinder, was sich ja inzwischen geändert hat. Ich bin froh, dass wir den Film erst jetzt realisiert haben, die Zeit war nun reif dazu. Rebecca hat Ausdauer bewiesen – wie man sieht, hat sie sich nicht abschütteln lassen", sagte er augenzwinkernd. Der gebürtige Engländer, der 1993 die irische Staatsbürgerschaft annahm, ist mit Miller in dritter Ehe verheiratet, hat zudem einen Sohn mit Isabelle Adjani.

Rebecca Miller hat erst vor wenigen Tagen ihren Vater, den amerikanischen Schriftsteller Arthur Miller, verloren. Foto: AP, AP

Day-Lewis kam nicht nur nach Berlin, um "The Ballad of Jack and Rose" vorzustellen, sondern empfing zudem am Nachmittag die Berlinale-Kamera, eine besondere Auszeichnung für Filmschaffende. Der Schauspieler dazu: "Ich sehe diesen Preis nicht als Preis für mein Lebenswerk, sondern vielmehr als Anerkennung all der Filme, mit denen ich in den vergangenen Jahren an der Berlinale teilgenommen habe (z.B. "The Boxer", "Im Namen des Vaters"). Ich fühle mich zu jung, um mich bereits für mein gesamtes Schaffen auszeichnen zu lassen. Im Gegenteil, ich habe vor, noch einige Jahre dabei zu sein", grinste er.

Ein Versprechen, dass die Journalisten mit Beifall bedachten – hatte sich Daniel Day-Lewis doch in den letzten Jahren sehr rar gemacht. Vergleiche zu seiner Filmfigur Jack, der sich komplett von der Welt zurückgezogen hat, wies Day-Lewis aber zurück: "Ich habe mich vielleicht von der Filmwelt etwas zurückgezogen, aber das lag daran, dass mich das Leben an sich abgelenkt hat. Ich habe die Lust an der Schauspielerei keineswegs verloren, sondern war einfach mit anderen Dingen beschäftigt. Eine dieser Ablenkungen sitzt zum Beispiel neben mir", sagte er mit liebevollem Blick zu seiner Frau Rebecca.

Quelle: rpo

 
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