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ARD zeigt Schicksal der "Landshut: Das Drama von Mogadischu

VON NATHALIE WAEHLISCH - zuletzt aktualisiert: 30.11.2008 - 01:49

Berlin (RP). Eigentlich sollte Flug LH 181 nur wenige Stunden dauern. Doch dann kam alles anders: Am 13. Oktober 1977 wird die Lufthansa-Maschine „Landshut“ auf dem Flug von Palma de Mallorca nach Frankfurt von palästinensischen Terroristen entführt, um inhaftierte RAF-Mitglieder freizupressen. Rund 30 Jahre nach der „Landshut“-Entführung zeigt die ARD morgen (20.15 Uhr) mit dem Spielfilm „Mogadischu“ eine fesselnde Darstellung der dramatischen Ereignisse.

Auf der Odyssee über Rom, Larnaka, Bahrain, Dubai und Aden bis nach Mogadischu stehen die Passagiere Todesängste aus, der Flugkapitän Jürgen Schumann wird von einem Kidnapper erschossen. Am 18. Oktober stürmt die Antiterroreinheit GSG 9 im somalischen Mogadischu die Maschine und befreit die etwa 90 Geiseln.

Regisseur Roland Suso Richter, der unter anderem „Das Wunder von Berlin“ auf den TV-Bildschirm brachte, ist mit seinem neuen Werk nach einem Drehbuch von Maurice Philip Remy eine spannende und stimmige Inszenierung gelungen. Schonungslos zeigt das von Kameramann Holly Fink gefilmte Drama die Angst der Passagiere und die Brutaliät der schwer bewaffneten Terroristen, allen voran der selbsternannte „Kapitän Mahmud“ (Said Taghmaoui), ohne dabei zum Reißer zu werden.

Entscheidend für den Film sei der Blickwinkel der Opfer und ihre Geschichte gewesen, die bislang bei der Betrachtung immer zu kurz gekommen seien, sagt Produzent Nico Hofmann. Die Dreharbeiten für die Produktion, die auch die Ereignisse im Hintergrund schildert, fanden unter anderem in Bonn, Berlin und Casablanca statt. In Marokko wurde in einem Original-Flugzeug, einer Boeing 737, gedreht.

„Die Enge und die Hitze in der Kabine erzeugten den erwünschten Druck auf die Komparsen und Schauspieler“, berichtet Regisseur Richter. Das Team habe für mehrere Stunden bei über 40 Grad in der Maschine festgesessen. Man habe gewissenhaft versucht, das Schicksal der Menschen „wahrhaftig zu beschreiben“, betont Kameramann Holly Fink.

„Wir saßen zu zweit in diesem kleinen Cockpit, hinter uns saß der ,Terrorist’ und irgendwo dazwischen klemmte noch der Kameramann“, berichtet Hauptdarsteller Thomas Kretschmann, der den Piloten Schumann glaubwürdig darstellt. „Dieser war lange Zeit ein stiller Held, und ich wollte ihn respektvoll verkörpern“, erklärt Kretschmann.

Zum Ensemble gehören unter anderem auch Herbert Knaup, Nadja Uhl, Simon Verhoeven, Christian Berkel und Jürgen Tarrach. Knaup spielt den damaligen GSG9-Chef Ulrich Wegener, Uhl die Stewardess Gabriele Dillmann, Verhoeven den Kopiloten Jürgen Vietor, Tarrach den Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski, und Berkel den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt.

In einer kleinen Szene hat dieser die Rheinische Post vom 14. Oktober 1977 vor sich liegen. Es handelt sich um eine Originalausgabe, die nicht für die Produktion hergestellt oder verändert wurde. Das Foto auf der Titelseite zeigt die entführte „Landshut“ am 13. Oktober bei ihrer ersten Zwischenlandung auf dem Flughafen Fiumicino bei Rom. Der Artikel schließt mit der Frage: „Wird die Bundesregierung auch angesichts dieses neuen Dramas an ihrem bisherigen taktischen Konzept festhalten können?“

Die Leser erfuhren damals, wie die Entführer Waffen und Sprengstoff an Bord schmuggeln konnten. In der Filmszene drängt Kanzler Schmidt: „Uns läuft die Zeit weg, das Ultimatum steht.“ Eine Überschrift in der Rheinischen Post lautet: „Jet-Entführung setzt Bonn in Alarmstimmung“.

Quelle: RP

 
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