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Das Grauen lauert überall

Der Horror-Schocker "Don't breathe" spielt im Haus eines blinden Veteranen. Von Marco Krefting

Dunkelheit, Stille, versperrte Fluchtwege und das Überraschungsmoment: Horror- und Gruselgeschichten sind oft aus den gleichen Elementen zusammengesetzt und doch funktionieren sie genau damit immer wieder. Auch Regisseur Fede Alvarez stimmte für den Thriller "Don't breathe" ("Atme nicht") die Baukastenteile so aufeinander ab, dass den Zuschauern tatsächlich die Luft wegbleibt.

Eigentlich läuft es für die Freunde Alex, Rocky und Money gut: Sie brechen in Villen ein, rauben Schuhe, Schmuck und Uhren - und hinterlassen Scherben sowie Urinflecken auf dem Boden. Die Beute ihrer Diebestouren machen sie zu Geld. Vor allem Rocky (Jane Levy) will damit sich und ihrer kleinen Tochter ein neues Leben ermöglichen.

Dann wittern die Freunde einen Coup: In einer menschenverlassenen Siedlung haust ein blinder Mann, der auf einer üppigen Summe Schmerzensgeld sitzt, die er nach dem Unfalltod seines Kindes bekommen hat. Leichtes Spiel, denkt das Trio. Und so geht nach nicht einmal einer Viertelstunde der Horror los: Es ist Nacht, jedes Knarzen der Holzpaneele auf dem Fußboden könnte zu laut sein, jede zweite Tür ist verrammelt und vor den Fenstern hängen Eisengitter. Den zähnefletschenden Hund hat das Trio zwar schachmatt gesetzt. Und auch für den alten Blinden gibt es einen Plan. Doch der geht - wie es kommen muss - nicht auf.

Plötzlich steht der Mann im Raum und zeigt seine Stärke als Kriegsveteran. Wen er mit bloßen Händen zu packen bekommt, der muss um sein Leben fürchten. Außerdem finden sich in dem Haus jede Menge Waffen: das für dieses Genre übliche Arsenal aus Revolvern, Hammer, Brecheisen und allerlei Gartengerät wie Schaufeln und Heckenscheren. Als Erstes trifft es Money.

Weil ihnen sämtliche Auswege versperrt sind, beginnt für Alex und seinen Schwarm Rocky eine blutige, qualvolle Verfolgungsjagd über drei Stockwerke und durch Luftschächte. Immer wieder spielt Regisseur Alvarez, der mit Darstellerin Jane Levy schon das Remake zu "Evil Dead" gedreht hat, mit Geräuschen: Mal wummert der Bass, mal erzeugen quietschende Töne Gänsehaut. Dann wieder ist es mucksmäuschenstill - bis auf das Atmen. Als Blinder hat der Veteran seine übrigen Sinne geschärft: Er riecht die fremden Schuhe, tastet mit den Füßen und hört jeden Atemzug. Plötzlich ist es stockdunkel, in einer Einstellung ist bis auf die kleinen Reflexe auf zwei Pupillen alles schwarz. Nach etwa einer Stunde scheint der Kampf ausgetragen, doch nach dem Motto "Totgesagte leben länger" kommen dann noch zwei oder drei Wendungen.

Don't breathe, USA 2016, Regie: Fede Alvarez, mit Jane Levy, Dylan Minnette, Daniel Zovatto, Stephen Lang, 89 Minuten

(dpa)
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