Goldene Palme beim Kinofestival wird am Samstag in Cannes vergeben: Das Highlight der Filmfestspiele: die Gala
zuletzt aktualisiert: 21.05.2004 - 14:26Cannes (rpo). Seit dem 12. Mai dreht sich Cannes die Filmrolle. Jede Menge Stars aus der Branche sind bereits an der Côte D'Azur eingetroffen. Hollywood-Größen wie Brad Pitt, Tom Hanks, Eddi Murphy, Uma Thruman und Charlize Theron reichen sich hier die Klinke. Doch das absolut Highlight steht noch an: die Gala zur Verleihung der Goldenen Palme am Samstagabend.
Das Rennen um die Preise bei den größten Filmfestspielen der Welt ist so offen wie selten zuvor. Die abendliche Hochglanz-Gala soll krönender Abschluss eines Festivals werden, das bei vielen großen Namen dem jungen Kino mehr Platz gab. Erstmals seit 1993 steht mit "Die fetten Jahre sind vorbei" auch ein deutscher Film im Hauptwettbewerb. Nach einem teils enthusiastischen Empfang beim Publikum buhlt der Streifen nun um die Gunst von Jury-Präsident Quentin Tarantino und den anderen acht Juroren.
Als Anwärter auf die Goldene Palme sehen viele Auguren dabei vor allem "2046" von Wong Kar Wai. Weil der Kino-Perfektionist aus Hongkong erst in allerletzter Sekunde fertig wurde, traf er mitsamt der Original-Rollen des Film erst Donnerstagabend - mehr als einen Tag zu spät - in Cannes ein und brachte das gesamte Programm durcheinander. Reichlich gute Kritiken erntete unter den 19 Filmen im Hauptwettbewerb auch die Fabel "Das Leben ist ein Wunder" von Emir Kusturica, der bereits zwei Goldene Palmen errang. Nicht wenige tippen indes auf den US-Zeichentrickfilm "Shrek 2" als Titelanwärter, der beim 57. Festival an der Côte d'Azur mit riesigem Applaus aufgenommen wurde.
Gemessen am Zuschauer-Empfang in Cannes dürfte auch "Die fetten Jahre sind vorbei" vom Österreicher Hans Weingartner nicht ganz leer ausgehen. So kann sich der junge Hauptdarsteller Daniel Brühl, der mit "Good bye, Lenin" gerade internationale Erfolge feierte, Hoffnung auf einen Preis machen. Im Rennen als bester männlicher Darsteller sind indes auch der Mexikaner Gael Garcia Bernal mit Walter Salles' "Diarios de motocicleta" um den jungen Che Guevara - und nicht zuletzt der zweifache Oscar-Preisträger Tom Hanks als verschrobener Professor in der US-Krimikömödie "Ladykillers".
Nach der Hochgalanz-Preisgala soll in der Bucht von Cannes eine Riesenparty mit Feuerwerk und Live-Musik von Stars wie Sheryl Crow und Alannis Morissette steigen. Damit will das Hollywood-Studio MGM seinen 80. Geburtstag feiern, nicht zuletzt als Zeichen des guten Drahtes zwischen den USA und Frankreich trotz aller politischer Spannungen. Kritik an US-Präsident George W. Bush hat dabei Konjunktur: Gefeiert wurde in Cannes US-Dokumentarfilmer Michael Moore, der mit seinem Streifen "Fahrenheit 9/11" zum Sturz von Bush beitragen will, aber auch Filmemacherin Alexandra Kerry, die Tochter von Bushs Gegenkandidaten John Kerry.
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