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Deutscher Film triumphiert: "Das Leben der Anderen" bekommt begehrten Oscar

zuletzt aktualisiert: 26.02.2007 - 06:36

Frankfurt/Los Angeles (RPO). Autor und Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck ist am Ziel seiner Träume: Sein erster Spielfilm "Das Leben der Anderen" hat einen Oscar gewonnen. Er bekam die renommierteste Filmauszeichnung der Welt in der Kategorie "Bester nicht englischsprachiger Film".

Damit schlug er seine Konkurrenten "Pans Labyrinth" aus Mexiko, "After the Wedding" aus Dänemark, "Days of Glorys" aus Algerien und "Water" aus Kanada. Der letzte Oscar für einen deutschen Film war 2003 an Caroline Links Film "Nirgendwo in Afrika" gegangen. Der Volker-Schlöndorff-Film "Die Blechtrommel" war 1980 der erste deutsche Streifen, der einen Oscar gewann. 

Henckel von Donnersmarck zeigte sich bei seiner Dankesrede tief bewegt über die Auszeichnung. Für ihn werde ein Traum wahr, sagte er. Der 33-Jährige hatte bereits den Europäischen und den Deutschen Filmpreis für sein Spielfilmdebüt erhalten. Zur Oscar-Verleihung war er mit seiner Ehefrau und den Hauptdarstellern Sebastian Koch und Ulrich Mühe angereist. Vom Roten Teppich aus grüßte Donnersmarck über den Sender Pro Sieben seinen Vater, der in Deutschland im Krankenhaus liegt. Es sei herrlich, bei der Oscar-Verleihung zu sein, sagte er.

Hauptdarstellerin Martina Gedeck nicht dabei

Der Regisseur dankte auch den anwesenden Darstellern Ulrich Mühe und Sebastian Koch. Warum er Hauptdarstellerin Martina Gedeck nicht erwähnte, bleibt unklar. Auch war die Schauspielerin gar nicht erst nach Los Angeles angereist. Als Grund gab sie laut "stern" an, die Tickets seien anderweitig verteilt worden, sie sei als Hauptdarstellerin nicht eingeladen worden."Herr Donnersmarck setzt Prioritäten, würde ich sagen".  Auch an einer Nebenparty werde sie nicht teilnehmen wollen.

Der 33-jährige Regisseur Henckel von Donnersmarck ist schon seit Wochen in den USA gewesen, um sich und seinen Film bekannt zu machen. Bei der Nominierung Ende Januar hatte Henckel von Donnersmarck erklärt, die Auszeichnung des besten nicht englischsprachigen Film sei der wichtigste aller Oscars: "Der Regisseur bekommt ihn verliehen, aber er bekommt ihn für das Land verliehen. Mit dieser Statue wäre es also wie mit der olympischen Goldmedaille - ich würde sie für Deutschland gewinnen."

Bisher haben allein in Deutschland mehr als 1,7 Millionen Zuschauer den Film über die Wandlung eines Stasi-Hauptmanns beim Observieren eines Künstlerpaares im Kino gesehen, in etwa 30 Länder wurde er verkauft. Preise gab es viele, national und international, sieben Lolas holte er bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises, hinzu kamen der Bernhard-Wicki-Filmpreis, vier Bayerische Filmpreise und der Publikumspreis beim Internationalen Filmfestival in Locarno. Zuletzt war der Film in Warschau als bester Film drei Mal mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet worden.

Studium in München

Donnersmarck studierte bis 2006 an der Münchner Filmhochschule. "Das Leben der Anderen" war sein Abschlussfilm. Die Grundidee bezog er aus einem Buch von Maxim Gorki mit dem Titel "Erinnerungen an Zeitgenossen". Der Film entstand in 38 Drehtagen mit einem Budget von nur 1,8 Millionen Euro. Aber daran gearbeitet hatte er viel länger - nämlich fünf Jahre.

Nach seinem Erfolg habe er zwar einen Stapel von Drehbüchern aus Hollywood erhalten, aber es sei nichts dabei, was er wirklich gerne verfilmen möchte, sagte der 33-Jährige. Vor seinem Spielfilmdebüt hatte der Vater zweier kleiner Kinder nur Kurzfilme gedreht. Geboren wurde er in Köln als Sohn eines Lufthansa-Managers. Er wuchs in New York, Berlin, Frankfurt und Brüssel auf. In Leningrad erwarb er die Lehrbefähigung für die russische Sprache, in Oxford studierte er anschließend Politik, Philosophie und Volkswirtschaft. In England war es auch, wo er bei dem berühmten Regieveteranen Richard Attenborough ein Praktikum bei der Produktion des Films "In Love and War" absolvierte.

Richtig abgesahnt hat Martin Scorsese. Der Regisseur, der bislang trotz etlicher Nominierungen immer leer ausgegangen war, räumte mit seinem Film "The Departed" gleich viermal ab - für die beste Regie, den besten Film, den besten Schnitt und die beste Drehbuchadaption.

Quelle: apbackup

 
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