Glamour bei der 62. Lola-Verleihung: DDR-Drama "Barbara" gilt als Favorit für Filmpreis
zuletzt aktualisiert: 27.04.2012 - 19:18Berlin (RPO). Glanz und Glamour bei der 62. Verleihung des Deutschen Filmpreises in Berlin: Über den roten Teppich vor dem Friedrichstadtpalast schritten am Freitagabend unter anderem Stars wie Volker Schlöndorff, Roland Emmerich, Hannelore Elsner, Michael "Bully" Herbig, Iris Berben, Henry Hübchen und Michael Ballhaus. Favorit auf den Preis in der Königskategorie "Bester Film" war das DDR-Drama "Barbara" von Christian Petzold.
Der Film über eine DDR-Bürgerin, die zu ihrem Geliebten in den Westen flüchten will, war in acht von 16 Kategorien für die "Lola" nominiert.Angesagt hatten sich auch Stars wie Tom Tykwer, Heike Makatsch, David Kross, Jan Josef Liefers, Dani Levy, Muriel Baumeister, Sibel Kekilli, Kai Wiesinger, Eva Padberg und Sophie Rois.
Der Deutsche Filmpreis ist mit knapp drei Millionen Euro der höchstdotierte deutsche Kulturpreis. Allein der Gewinner der Königskategorie "Bester Film" erhält 500.000 Euro. Kameramann Michael Ballhaus sollte mit der Lola für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden. Insgesamt wurden rund 1800 Filmschaffende erwartet.
Harte Konkurrenz für Petzold
Härteste Konkurrenten für "Barbara" um die Goldene Lola für den besten Film waren Andreas Dresens Krebs-Drama "Halt auf freier Strecke" und Roland Emmerichs Shakespeare-Thriller "Anonymus" mit je sieben Nominierungen. Chancen konnten sich darüber hinaus Tim Fehlbaum mit seinem Endzeit-Thriller "Hell" (sechs Nominierungen), David Wnendt mit dem Neonazi-Drama "Kriegerin" (drei Nominierungen) und Christian Zübert mit der Sozial-Komödie "Dreiviertelmond" ausrechnen.
"Barbara" hatte bereits auf der Berlinale Kritiker und Publikum überzeugt. Petzold gewann den Silbernen Bären als bester Regisseur.
Überraschend war nur, dass Nina Hoss für ihre Darstellung einer jungen Ärztin nicht als beste Darstellerin nominiert wurde. Dafür war der Film auch in den Kategorien Drehbuch, Regie, Darsteller (Zehrfeld), Kamera, Schnitt, Kostümbild und Ton nominiert.
Emmerichs "Art House"-Film "Anonymus" fiel bei Kritik und Publikum gleichermaßen durch, war aber sieben Mal nominiert. Nicht auf der Liste der Nominierten standen dagegen starke künstlerische Filme wie das Psychodrama "Über uns das All" von Jan Schomburg oder "Schlafkrankheit" von Ulrich Köhler. Auch die beim Publikum erfolgreichen Komödien "Rubbeldiekatz" von Detlev Buck und "What a man" von Matthias Schweighöfer waren nicht nominiert.
Erstmals drei Dokumentarfilme nominiert
Auf den Preis für den besten Hauptdarsteller konnten Milan Peschel ("Halt auf freier Strecke"), Peter Schneider ("Die Summe meiner einzelnen Teile") sowie Ronald Zehrfeld ("Barbara") hoffen. Bei den Frauen kämpften Sandra Hüller ("Über uns das All"), Steffi Kühnert ("Halt auf freier Strecke") und Alina Levshin ("Kriegerin")
um die begehrte Trophäe.
Für den besten Dokumentarfilm waren mit "Charlotte Rampling - The Look" von Angelina Maccarone, "Gerhard Richter Painting" von Corinna Belz sowie "The Big Eden" von Peter Dörfler erstmals drei Filme und damit einer mehr als sonst nominiert. Um die Lola für den besten Kinderfilm konkurrierten "Tom Sawyer" von Hermine Huntgeburth und "Wintertochter" von Johannes Schmid.
Moderiert werden sollte die Veranstaltung von Jessica Schwarz und Elyas MBarek. Michael "Bully" Herbig, Christoph Maria Herbst und Josef Hader sollten als Laudatoren auf der Bühne stehen. Zur Verleihung wurden mehr als 1.800 Gäste erwartet. Der Deutsche Filmpreis wird seit 1951 jedes Jahr vergeben. 2011 war das Roadmovie "Vincent will Meer" von Ralf Huettner zum besten Film des Jahres gewählt worden.









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