Guillaume soll mit Schrotflinte auf jungen Mann geschossen haben: Depardieus Sohn nach Schießerei festgenommen
zuletzt aktualisiert: 25.08.2003 - 15:35Paris (rpo). Der 32-jährige Guillaume Depardieu, Sohn des bekannten Schauspielers Gérard Depardieu, soll am Freitagabend mit einer Schrotpistole auf einen jungen Mann geschossen haben. Er wurde verhaftet.
Der französische Schauspieler Guillaume Depardieu ist von der Polizei festgenommen worden, weil er einen Passanten mit einer Schusswaffe bedroht haben soll. Bei dem Handgemenge in einer Bar im Badeort Trouville habe sich ein Schuss aus seiner Pistole gelöst, berichtete die Zeitung "Le Parisien" am Montag. Der Zwischenfall ereignete sich in der Nacht zum Samstag.
Wie die Polizei mitteilte, regte sich der Sohn von Filmstar Gérard Depardieu über eine Äußerung des Passanten auf. Dieser habe bemerkt, Depardieu trage ja die gleiche Kleidung wie auf den Fotos für die Illustrierte "Paris-Match", die dem 32 Jahre alten Schauspieler nach seiner Beinamputation in dieser Woche ihre Titelgeschichte widmete.
Depardieu bedrohte den Mann mit einer Schrotpistole. Anschließend schoss er in die Luft, offenbar "als ein Zeuge versuchte, ihn zu überwältigen", zitierte "Le Parisien" die Polizei des benachbarten Badeorts Deauville in der Normandie, die den Schauspieler am Sonntag im Haus seines Vaters festnahm. Die Tatwaffe wurde dort sichergestellt. Der Passant, ein junger Mann, habe Anzeige gegen den Schauspieler erstattet.
Zwei verschiedene Darstellungen
Nach Angaben von Staatsanwalt Philippe Peyroux ging der Schuss Depardieus nur deshalb ins Leere, weil ein Zeuge den Arm des Schützen im letzten Moment weggestoßen habe. Der angegriffene Mann sei nicht aggressiv gewesen, sondern habe Depardieu nur für seine Schauspielerei gelobt, sagte der Staatsanwalt unter Berufung auf Augenzeugen. Es sei unklar, warum der Schauspieler trotzdem geschossen hat. Die Justiz leitete ein Ermittlungsverfahren wegen illegalen Waffenbesitzes und Bedrohung ein. Am 9. September muss sich Depardieu vor Gericht verantworten. Er wurde am Montag auf Kaution aus dem Polizeigewahrsam entlassen und von seiner Mutter Elisabeth abgeholt, nachdem er dem Haftrichter vorgeführt worden war.
Depardieu selbst sagte am Montag: "Ich habe lediglich in die Luft geschossen, nachdem mich fünf Männer auf der Straße brutal angegriffen hatten." Niemand habe ihm geholfen. Er habe sich bei dem Angriff die Mittelhand gebrochen und seine Beinprothese verloren. Seiner Meinung nach hatte der Mann, der ihn angezeigt hat, lediglich Angst vor seiner Waffe.
Der 32-jährige Schauspieler hatte sich Anfang Juni gegen den Rat seiner Angehörigen den rechten Unterschenkel amputieren lassen, weil die Schmerzen nach einem Motorradunfall vor acht Jahren unerträglich geworden waren. Er hielt sich am Wochenende in einem Anwesen seines Vaters in Trouville auf. "Paris-Match" sagte er, alles Selbstzerstörerische in ihm sei mit der Amputation vorbei. "Ich höre auf zu trinken und bald auf zu rauchen."
Der Sohn des aus bescheidendsten Verhältnissen stammenden Stars Gérard Depardieu sei bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, berichtete "Le Parisien" weiter. Vor zehn Jahren habe Guillaume wegen Handels mit Heroin neun Monate im Gefängnis gesessen. Zudem sei er wegen Beleidigungen und Verkehrsdelikten verurteilt worden.
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