Starrummel in Düsseldorf: "Der Clown"-Weltpremiere: Action pur
zuletzt aktualisiert: 24.03.2005 - 13:47Düsseldorf (ddp). "Der Clown" ist wieder da. Was bislang als TV-Action-Serie im heimischen Wohnzimmer konsumiert wurde, feierte am Mittwochabend als Kinostreifen in Düsseldorf Weltpremiere. Im Marketing-Jargon als "Action-Highlight des Jahres" angekündigt, hatte die Uraufführung so einige Versprechen einzuhalten.
Zunächst aber spielte sich der Rummel nicht auf der Leinwand ab, sondern ganz real auf dem roten Teppich vor dem Lichtspielhaus im Medienhafen. Da ließ Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) es sich nicht nehmen, gemeinsam mit dem Produzenten der Acht-Millionen-Euro-Produktion, Hermann Joha, zu posieren und von diesem ein Lob zu kassieren für etliche Drehgenehmigungen. Als Schauplatz musste unter anderem Düsseldorfs Prachtmeile Königsallee herhalten.
Zur Einstimmung auf das Kinoereignis zeigten maskierte Stuntmen mit Motorrädern ihr Können zum Leidwesen empfindlicher Nasen - es stank nach Gummi -, während sich Clowns von der Kinofassade abseilten und so den besten Blick auf das Blitzlichtgewitter hatten. Dieses brach so richtig los, als die Hauptdarsteller aus dem Gemenge auftauchten, allen voran der Clown alias Sven Martinek mit "Lampenfieber wie vor einer Theaterpremiere", sein Gegenspieler Götz Otto sowie Eva Habermann, die sich als Filmheldin gut gefiel, und Xenia Seeberg, die in "Der Clown" in die Rolle der kaltblütigen Amazone geschlüpft war.
So stereotyp das gesellschaftliche Sehen-und-gesehen-Werden vor der Erstaufführung sich ausnahm, so sehr wurden die Erwartungen von Liebhabern rasanten Kinos mit eingängiger Handlung dann erfüllt. Da gab es Gut und Böse, schnelle Schnitte, Verfolgungsjagden, die Rede von einem Terroranschlag, Ballereien mit automatischen Waffen, zu Statisten degradierte Polizisten sowie außerordentliche Helikopter-Stunts. Thomas Anzenhofer spielte den guten Komplizen Dobbs am Steuerknüppel.
Erwartungen wurden erfüllt
Rund 100 Autos und ein paar Flugobjekte wurden nach Angaben Johas dafür geschrottet - man könnte meinen, das Budget reichte allein zur Finanzierung der blechernen Requisiten. Für die rasanten Stunt-Szenen des Films, dem bereits 44 TV-Folgen vorangegangen waren, schöpfte der preisgekrönte Action-Regisseur Roland Leyer zusammen mit Torsten Künstler aus dem Vollen, während der Clown den Tod seiner Freundin zu rächen gedachte und nebenbei noch einen großen Coup des Bösewichts Zorbek vereitelte.
Der Clown als Einzelkämpfer wusste auch Henry Maske zu beeindrucken, der sich mit Frau und Töchtern unter den prominenten Gästen tummelte. Und nachdem die Projektoren ausgeschaltet waren, sah sich der Ex-Boxer "spätestens jetzt als Action-Fan". Dass derartig Aufwändiges mit vergleichsweise geringen Produktionskosten zu realisieren gewesen sei, verblüffte ihn.
Am Ende waren sich alle einig, einem großen Spektakel beigewohnt zu haben - im Kinosaal wie vor der Kamera. Und auf der After-Show-Party wurde die Harmonie dann so richtig gefeiert: Dort schenkte der Wirt die rheinischen Konkurrenzgebräue Altbier und Kölsch aus.
Nachdem die Action-Serie im Fernsehen nach Angaben der Produzenten Quotenrekorde gebrochen hat, muss sich "Der Clown" in 400 Kopien nun beim Kinopublikum bewähren. Ob das Werk von Regisseur Sebastian Vigg dabei Kassenrekorde brechen wird, bleibt abzuwarten. Eines scheint nach Xenia Seebergs Worten aber sicher: "Wenn man den Film gesehen hat, weiß man, was Action ist."
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