Deutscher Filmball in München: Deutschlands Filmpromis beim Stelldichein
zuletzt aktualisiert: 18.01.2004 - 15:12München (rpo). Die Stars und Sternchen beim 31. Deutschen Filmball in München gaben alles: Beim Stelldichein der versammelten Filmprominenz des Landes durfte man auf gar keinen Fall in der Menge untergehen. Grund genug durch Kleidung oder andere Extravaganzen auf sich aufmerksam zu machen.
Die versammelte Filmprominenz Deutschlands schwebte am Samstagabend über den roten Teppich vor dem Hotel "Bayrischer Hof" in München. Zum 31. Mal hatte die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft zum Deutschen Filmball nach München geladen, und Stars und Sternchen waren zahlreich gekommen.
Den Damen konnte es beim Outfit nicht extravagant genug sein - Uschi Glas kombinierte einen sandfarbenen Taftrock mit einem transparenten Gitternetz-Oberteil und Sängerin Jeanette Biedermann ließ unter ihrem sehr knappen Dolce&Gabbana-Kleid weibliche Formen mehr als erahnen. Die Männer dagegen nahmen ihren Frauen in dieser rauschenden Nacht nichts von der Aufmerksamkeit: Bernd Eichinger, Heiner Lauterbach, Moritz Bleibtreu - sie alle hatten sich für den "Klassiker" entschieden, einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd. Einzige Variation: Krawatte, Fliege oder gar nichts dazu. Sogar Sänger Gil Ofarim zog dabei mit, nur die vielen bunten Bändchen an seinem Arm ließen den Rocksänger vermuten.
Erlöse für Filmkünstler-Nothilfe
Zu Münchens Society-Highlight hatten sich auch in diesem Jahr wieder über 700 geladene Gäste aus Film, Musik und Wirtschaft angesagt. Schon seit 1974 findet der Ball statt. Auch ganz große Stars wie Romy Schneider, Michael Douglas oder Roger Moore waren schon da. Mit den Erlösen aus den Ball-Karten unterstützt der Organisator die deutsche Filmkünstler-Nothilfe.
Tanz stand dabei weniger im Vordergrund. "Ich gehe gern auf den Filmball, weil ich dort Leute wieder sehen kann, die ich zum Teil ein Jahr lang nicht gesehen habe, zum Beispiel Alexander Kluge oder Edgar Reitz. Hier trifft man sich dann wieder", sagte Schauspieler Mario Adorf. "Ein begnadeter Tänzer bin ich allerdings nicht", gab er zu. Auch Kabarettist Ottfried Fischer hatte nicht vor, über das Parkett zu fegen: "Wenn ich tanzen gehe, mache ich mehr kaputt als sonst was", scherzte er. Für ihn sei die Veranstaltung eine Gelegenheit, mit Kollegen zu reden.
Stoiber lobt "wirklich guten Fußball-Film"
"Für meine Frau tue ich fast alles - sogar tanzen", versprach Heiner Lauterbach, ganz Gentleman. Von seinem Ruf als guter Tänzer schien er aber nichts zu wissen. Gefragt nach zwei Kollegen, die gut tanzen können, sagte Uschi Glas: Fritz Wepper und Heiner Lauterbach - "auch wenn er immer sagt, er hat Knieprobleme, das glaube ich ihm nicht". Vielleicht blieben seine Kenntnisse ja auch seiner Frau vorbehalten. Fast jedes Jahr ist Lauterbach hier, seine Frau Viktoria brachte er erst zum zweiten Mal mit.
Uschi Glas dagegen hatte große Lust zu tanzen. Für sie sei der Ball eine "gute Mischung zwischen hoch die Tassen und hoch das Bein. Ich komme vor allem, um Kollegen und Freunde zu treffen", sagte sie.
Adorf verteilt gönnerhaft Küsschen
"Mein Lieblingstanz ist Walzer mit meiner Frau", verriet der bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber. "Ich freue mich sehr auf diese Veranstaltung", erklärte er in seiner knappen Eröffnungsrede. Gleich danach glitt er elegant mit Frau Karin im Arm im Dreivierteltakt über die Tanzfläche. Etwas mehr Mühe, ihren Mann in Bewegung zu halten, hatte Stoibers älteste Tochter Constanze.
Mario Adorf machte wahr, was er sich vorgenommen hatte: Meist verteilte er Küsschen an hübsche Damen, später vertiefte er sich in ein langes Gespräch mit Ministerpräsident Stoiber. Tatort-Kommissar Udo Wachtveitl genoss während dessen ganz die Gesellschaft einer anscheinend neuen Begleiterin im roten Kleid.
Stoiber rundum zufrieden
Tanzen, so schien es, blieb ein Vergnügen der älteren Generation. Die Nachwuchsstars, Moritz Bleibtreu, Gil Ofarim und Alfonso Losa aus der Serie "Marienhof" hatten wenig Lust dazu, blieben lieber an ihren Tischen sitzen, unterhielten sich mit Freunden bei großen Flaschen Champagner.
Der 31. Deutsche Filmball war nach Einschätzung von Schirmherr Stoiber auch dieses Jahr wieder ein gelungener Abschluss eines erfolgreichen Branchen-Jahres. "Wenn wir beim Filmball auf den deutschen Film des vergangenen Jahres zurückblicken, sind wir stolz auf das, was geleistet wurde", erklärte der Ministerpräsident. Besonders freue er sich über einen wirklich guten Fußball-Film, sagte er in Anspielung auf "Das Wunder von Bern".
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