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Mehr Schlachten und Special-Effects: Die Chroniken von Narnia gehen weiter

VON THOMAS KLINGENMEIER - zuletzt aktualisiert: 30.07.2008 - 16:17

Düsseldorf (RP). Die zweite Teil der Fantasy-Saga "Die Chroniken von Narnia" kommt in die Kinos. Wieder dabei sind sprechende Tiere und große Schlachten - doch die Fortsetzung "Prinz Kaspian" unterscheidet sich von ihrem Vorgänger.  

Auch im zweiten Teil der Fantasyserie "Die Chroniken von Narnia" wird vom gerechten Krieg erzählt. Wir sehen große Schlachten, in denen sprechende Tiere und das aus dem ersten Teil bekannte Quartett englischer Kinder mit dem harten Zug des Glaubens an die eigene Mission ums Kinn in einem Zauberreich gegen Horden der Dunkelheit anstürmen. Trotzdem ist dieser Teil der Serie anders als der höchst erfolgreiche Vorgänger. "Prinz Kaspian" ist dunkler und brutaler.

Das alte Narnia ist zerfallen. Der Finsterling König Miraz (Sergio Castellitto) herrscht mit harter Hand, das Menschenvolk der Telmarer unterdrückt andere Rassen, und der legitime Thronfolger Kaspian (Ben Barnes) ist auf der Flucht vor Häschern. Die Dramaturgie ist auf unangenehme Weise simpler als im ersten Teil.

Fürs Zurechtfinden in der Fremde bleibt nicht viel Zeit. Ein wenig Reden, eine Verfolgungsjagd oder Schlacht, ein wenig Reden, das nächste Gemetzel: Um Erhalt des Adrenalinlevels besorgt, buhlt Regisseur Adam Adamson so um das ältere Actionpublikum. Und will doch die Zielgruppe der Kinder nicht verlieren. Es darf niedergestochen werden, aber es fließt kein Blut. Die Guten bleiben immer sauber, an ihnen klebt kein Blut.

Dass „Narnia“ weit erfolgreicher war als „Der goldene Kompass“, die Umsetzung der schneidig antiklerikalen Fantasy von Autor Philip Pullman, hat die „Narnia“-Macher in ihrem Kalkül bestätigt. „Prinz Kaspian“ scheut nun vollends keine philosophischen Stolpersteine mehr. Der majestätische Löwe aus dem Vorgängerfilm tritt noch deutlicher als Inkarnation Gottes auf. Immer scheint er die Macht zu haben, Geschicke zu lenken, lässt aber viele Opfer des Unrechts in Staub sinken.

Dieses reale theologische Problem - warum ist ein gütiger Gott angesichts schreienden Elends kein Nothelfer, der mit Allmacht das Leiden beendet - wird mit kaltschnäuziger Gleichgültigkeit einerseits dargestellt, andererseits übergangen. „Prinz Kaspian“ geht es um die Heldenposen der Kinder, die grimmig auf ihre Feinde einhauen dürfen. Der Krieg scheint ein Geschenk Gottes, dank dessen echte Helden reifen dürfen. Ab Donnerstag im Kino.


 
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