58. Festspiele am Abend mit Gala eröffnet: Die Film-Welt blickt jetzt nach Cannes
zuletzt aktualisiert: 11.05.2005 - 18:00Cannes/Hamburg (rpo). Cannes hat sich in eine Filmmetropole verwandelt. Hier haben am Mittwoch die 58. Filmfestspiele begonnen. Zwölf Tage lang tummeln sich in der französischen Stadt an der Côte d'Azur unzählige Stars, Fachbesucher und Fans. Zum Auftakt des Festivals steht eine Gala auf dem Programm.
Während riesige Plakate vor allem für aktuelle Hollywood-Produktionen warben, brach die britische Schauspielerin Charlotte Rampling eine Lanze für das europäische Kino: "Ein paar Runzeln und ein etwas andersartiges Aussehen sind kein wirklicher Grund, jemanden ins Abseits zu stellen - und das haben sie in Europa Gott sei Dank verstanden", sagte die 60-Jährige, die eine Hauptrolle im Festival-Eröffnungsfilm, "Lemming" von Dominik Moll, spielt.
Offiziell eröffnet werden sollten die Festspiele am Mittwochabend mit einer Gala unter Moderation der belgischen Schauspielerin Cécile de France. Dazu sollten zahlreiche Stars den legendären roten Teppich des Festivalpalastes heraufschreiten und sich im Blitzlichtgewitter der Fotografen sonnen. An der Prachtpromenade Croisette bauten sich zahlreiche Fans in der Hoffnung auf, einen Blick auf die Prominenten zu erhaschen. Mit Filmvorführungen, Interviews und viel Runmel liefen das weltgrößte Kinofest und die dazugehörige Filmmesse de facto bereits vor der offiziellen Feier an.
Bei der Auftakt-Gala sollte "Lemming" als einer von drei französischen Wettbewerbsbeiträgen gezeigt werden. Das Drama des deutschstämmigen Regisseurs Moll konkurriert mit 20 weiteren Streifen um die Goldene Palme des besten Abend füllenden Films. Die Palme und die anderen Preise werden am 21. Mai vergeben. Im Rennen sind unter anderem der letzte deutsche Preisträger Wim Wenders und der US-Kultfilmer Jim Jarmusch. Die Haupt-Jury wird vom serbischen Regisseur Emir Kusturica geleitet; ihr gehören unter anderem der Deutschtürke Fatih Akin und die mexikanische Schauspielerin Salma Hayek an.
Außer Konkurrenz zeigt das Festival unter anderem als Weltpremiere den letzten Star-Wars-Film "Die Rache der Sith" am Sonntag. Auch der amerikanische Starkomiker Woody Allen und Akin präsentieren ihre neusten Filme. Die französische Diva Catherine Deneuve will in einer Lehrstunde Einblicke in ihre Arbeitsweise gewähren. Erinnert werden soll zudem unter anderem an US-Legende James Dean.
Der 59-jährige Wenders blickte in einem Interview der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" auf seine fast 30 Jahre Erfahrungen mit dem Festival von Cannes zurück. So habe er am Rande der Aufführung seines Films "Das Ende der Gewalt" 1997 eine Netzhautablösung erlitten und wäre beinahe auf dem rechten Auge erblindet, weil er in sich der Hektik der Festspiele erst spät für eine Notoperation zu einem befreundeten Augenarzt begeben habe. Nostalgisch erinnerte er sich an seine Goldene Palme für "Paris, Texas" 1984, aber auch an seine Zeit als Jury-Präsident 1989: "Einen eigenen Wagen mit Chauffeur, die ganze Zeit über, und dann ständig Filme sehen können! " Diesen Luxus habe er "dann über die nächsten Male schmerzlich vermisst", sagte Wenders.
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