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Deutscher Filmpreis 2009
  Foto: ddp, ddp
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59. Deutscher Filmpreis: Die großen Gewinner des Abends

VON DOROTHEE KRINGS - zuletzt aktualisiert: 24.04.2009 - 21:17

Berlin (RP). Was kann der deutsche Film? Eine Antwort auf diese Frage gibt jedes Jahr der Deutsche Filmpreis, die mit insgesamt 2,8 Millionen Euro Preisgeld höchstdotierte Kulturauszeichnung  der Republik. Denn im Wettstreit um die goldenen Lolas zeichnet sich ab, in welchen Genres der deutsche Film derzeit preiswürdige Leistungen auf die Leinwand bringt und welche Darstellertypen die Filmbranche zum Star macht.

Diesmal waren das Ursula Werner für ihre Rolle in „Wolke 9”, die als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde und Ulrich Tukur, der die Lola für den besten Darsteller gewann. Er spielte in Florian Gallenbergers Kriegsdrama „John Rabe”. Als beste Nebendarsteller wurden Sophie Rois („Der Architekt”) und Andreas Schmidt („Fleisch ist mein Gemüse”) gewählt.

Barbara Schöneberger führte mit gewohnt schlagfertigem Charme in Berlin durchs Programm. Nationalepos, Familiendrama, Politthriller ­ der deutsche Film bedient inzwischen souverän alle Genres, liefert großes Erzählkino mit Wohlfühlfaktor wie im Fall von „John Rabe”, aber auch stillere Werke wie Andreas Dresens Sex-im-Alter-Geschichte „Wolke 9” oder Christian Petzolds kluge Tragödie „Jerichow”, die mit vollendeter Leichtigkeit eine ostdeutsche Dreiecksgeschichte  erzählt.

Also alles gut, könnte man meinen, für jeden was dabei. Doch zeigt die Eilfertigkeit, mit der „John Rabe” im Vorfeld zum Favoriten erklärt wurde, wie ängstlich die Branche in Richtung  Mainstream drängt. Doch in seinem Streben, es den Großen in Los Angeles gleichzutun, müssen die hiesigen Filmschaffenden aufpassen, nicht das Kleinhollywood auf europäischem Boden abzugeben. Darum sind Filme wie „John Rabe” zwar Beleg dafür, dass Deutschland Historienstoffe emotions- und actionreich aufbereiten kann und mit Leuten wie Ulrich Tukur auch das charismatische Personal dafür hat. Doch wollen die Deutschen offenbar mit Werken punkten, die nichts wagen wollen.

In glänzenden Lola-Gala-Nächten tritt die Branche nicht zusammen, um Kunst gegen Kommerz auszuspielen. Da sind Darsteller wie Denis Moschitto genauso Star wie Ulrich Tukur. Oder Loriot. Der bekam die Lola für sein Lebenswerk. Mit Blick auf die Lola-Statue bedankte er sich für diese Auszeichnung „in Gestalt einer makellosen Schönheit, wie sie in den Armen eines 85-Jährigen nur noch selten anzutreffen ist”.

Quelle: RP

 
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