Tochter von Ulrich Mühe im Kino: Die Vergangenheit lässt sie nicht los
zuletzt aktualisiert: 20.11.2008 - 12:40Düsseldorf (RPO). Mit "Novemberkind" meldet sich Anna Maria Mühe auf der Leinwand zurück. Die Schauspielerin glänzt in dem Drama in einer Doppelrolle als Mutter und Tochter. Doch ihr schweres Leben und die persönlichen Schicksale verblassen nicht. Sie erscheinen nur noch präsenter.
Anna Maria Mühe spielt Inga, eine junge Mecklenburgerin, die glaubt, dass ihre Mutter ebenfalls von Mühe gespielt, 1980 in der Ostsee ertrunken ist. Dann taucht der Literaturprofessor Robert (Ulrich Matthes) in ihrem Dorf auf. Er erzählt ihr, dass ihre Mutter nicht tot, sondern in den Westen geflohen ist. Die Dorfbewohner schweigen, scheinen aber alle Bescheid zu wissen. Gemeinsam mit dem Fremden macht sich Inga quer durch Deutschland auf Spurensuche.
Für Regisseur Christian Schwochow stand Mühe im Mittelpunkt. Die Rolle sei auf sie zugeschnitten, sagte er. Für die 23-Jährige sei es "absurd" gewesen, dass sich Schwochow so auf sie fixiert habe. "Das passiert doch sonst nur viel gestandeneren Schauspielern, dass ein Film quasi für sie gemacht wird. Ich habe mich sehr geehrt gefühlt", sagte Mühe.
Doch nicht nur Schwochow legt sein Hauptaugenmerk auf die Jungschauspielerin. Immer wieder wird über Mühes Privatleben gesprochen und sogar mit dem Film verglichen. "Novemberkind" erzählt ein Ost-West-Drama, eine Familientragödie und eine Geschichte von Schweigen, Schuld und verdrängten Lügen. Diese Elemente kann man durchaus auch in Mühes Leben finden.
Die Vergangenheit bleibt präsent
Anna Maria Mühe ist die Tochter der Schauspieler Ulrich Mühe und Jenny Gröllmann. Was ihr einerseits den beruflichen Weg ein wenig geebnet hat, wird andererseits aber auch zur Last: Denn immer, wenn Mühes Name genannt wird, kommt auch ihre Vergangenheit ins Spiel.
Ulrich Mühe heiratete Jenny Gröllmann 1984. Die beiden bekamen am 23. Juli 1985 Tochter Anna Maria. 1990 trennte er sich wieder von seiner zweiten Frau. Dann folgte ein erbitterter Krieg. Ulrich Mühe warf Gröllmann vor, sie habe für die Stasi gearbeitet. Sie wehrte sich und ließ die Vorwürfe gerichtlich verbieten. Fragen bleiben aber trotzdem offen. Der Nebelschleier und das Schweigen halten sich.
Kurz darauf der nächste Schock für die junge Anna Maria Mühe. Ihre Mutter starb am 9. August 2006 an Brustkrebs, ihr Vater am 22. Juli 2007, kurz nach seiner Oscar-Auszeichnung, an Magenkrebs. Nach dem Tod ihres Vaters zog sich die heute 23-Jährige erst einmal aus der Öffentlichkeit zurück. Nahm eine Auszeit vom Filmen.
Noch heute verfolgen diese Schicksalsschläge Mühe. Doch über der Vergangenheit sollte man nicht vergessen, dass die 23-Jährige zurzeit besonders eins ist: eine talentierte aufstrebende Schauspielerin, die besonders in komplizierten und anspruchsvollen Rollen glänzt.
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