65. Geburtstag: Dunaway ist sechs Jahrzehnte im Showbusiness
zuletzt aktualisiert: 14.01.2006 - 07:00Frankfurt/Main (rpo). In den 70ern gehörte sie zu den gefragtesten Stars Hollywoods, doch diese Glanzzeit liegt mehr als zwei Jahrzehnte zurück. Heute lebt Dunaway, die am Samstag ihren 65 Geburtstag feiert, vom Ruhm der Vergangenheit. Zwar erhält sie bis heute immer noch Angebote von Film und Fernsehen, dabei handelt es sich jedoch zumeist um zweitklassige Produktionen. Auch eine von ihr seit 2005 geleitete US-Reality-Show unterstreicht den tiefen Fall eines einstigen Sterns am Filmhimmel.
Doch im unruhigen Jahr 1967 war es genau die richtige Rolle zum richtigen Zeitpunkt, der aus der damals 26-Jährigen mit deutschen und irischen Wurzeln einen Star machte. Dunaway spielte in Warren Beattys Sensationserfolg "Bonnie & Clyde" jene Gangsterbraut, die mit ihrem Partner in der Kriminalgeschichte wie auf der Leinwand zur Legende wurde. Sieben Jahr später war sie wieder dabei, als Roman Polanski mit seinem Klassiker "Chinatown" Furore machte. Auch in so bekannten Filmen wie "Little Big Man" (1970) mit Dustin Hoffman oder "Network" war Dunaway zu bewundern. Für die "Network"-Darstellung einer ehrgeizigen TV-Journalistin erhielt sie 1977 den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle.
Bald danach aber sank ihr Stern. Mehrere neue Filme floppten, die Ehe mit dem Rockmusiker Peter Wolf ging entzwei, der Alkoholkonsum stieg. Die geringe Popularität der mit dem Erfolg reichlich extravagant gewordenen Dunaway in Kollegenkreisen trug auch nicht zur Besserung der Lage bei. Unvergessen waren ihre Auseinandersetzungen mit Regisseur Polanski und seinem Team während der Dreharbeiten zu "Chinatown". "Sprich einfach deinen gottverdammten Text! Deine Gage sollte dir Motivation genug sein!", soll das kleine polnische Genie damals entnervt seinen Star angeschrien haben.
Mit den attraktivsten Männern Hollywoods gespielt
Das Publikum in aller Welt aber sah auf der Leinwand nur eine faszinierende Schönheit mit ganz eigener kühl-erotischer Anziehungskraft. Unter Faye Dunaways Filmpartnern waren die attraktivsten Männer Hollywoods: Jack Nicholson, Robert Redford oder Steve McQueen. Die Schülerin von Altmeister Elia Kazan hatte schon 1962 bei ihrem Broadway-Debüt von sich reden gemacht. "Bonnie & Clyde" war erst Dunaways dritter Film und zugleich eine Art Revolution im amerikanischen Kino. Später gestand die Schauspielerin. "In meinen kühnsten Träumen habe ich mir keine solche Reaktion auf den Film ausgemalt. "
Aber wo viel Licht ist, da kann es auch viel Schatten geben, und Faye Dunaway hat sich in reiferen Jahren oft in diesem aufhalten müssen. 1987 hatte sie nach langer Durststrecke in "Barfly" immerhin einen Achtungserfolg erzielen können. In der Lebensgeschichte des skandalumwitterten Schriftstellers Charles Bukowski spielte sie eine von Alkoholsucht gezeichnete Frau. Es war zu spüren, dass die Schauspielerin, die erst 1980 Mutter eines Sohnes wurde, eigene leidvolle Erfahrungen einbringen konnte.
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