Aus dem inzwischen sehr fernen Jahr 1924 stammt die Vorlage für einen der amüsantesten Filme, die in diesem Jahr im Kino zu sehen sind. Denn bereits 1924 schrieb der englische Autor Noel Coward das erfolgreiche Theaterstück "Easy Virtue", das nun unter dem gleichnamigen Titel mit dem etwas albernen deutschen Zusatz "Eine unmoralische Ehefrau" auf die Leinwände kommt.
Vor dem historischen Hintergrund der frühen 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wird die Geschichte einer geschiedenen, dazu gar noch Autorennen fahrenden Amerikanerin namens Larita erzählt, die den gut aussehenden Engländer John aus adligem Haus heiratet und nun auf dem hochherrschaftlichen Landsitz der Whitakers Johns Familie begegnet.
Für Mutter Veronica, einer prüden, frömmelnden Lady, ist die schöne Amerikanerin mit dem exotischen Namen und dem sehr ausgeprägten Selbstbewusstsein eine einzige Provokation.
Aber auch die erotisch wie beruflich ziemlich perspektivlosen Schwestern Hilda (l.) und Marion (r.) sind nicht begeistert von der Wahl ihres Bruders.
Nur Butler Furber und Veronicas zynisch-sarkastischer Gatte Mr. Whitaker (Colin Firth, r.) erweisen sich im Lauf der nächsten Wochen als heimliche Verbündete Laritas.
Zwischen Larita und John, der sich nicht so richtig aus der Familienloyalität lösen kann, kommt es ganz allmählich zu einer Entfremdung. Zu der trägt eine junge Frau bei, die eigentlich als Johns Auserwählte vorgesehen war. Ernste finanzielle Probleme der Whitakers spielen schließlich auch eine Rolle. Am Ende ergeben sich ganz neue Konstellationen nach dem Motto: Gleich und gleich gesellt sich gerne.
"Easy Virtue" ist leichtfüßige Kost, die aber nicht leicht zu machen ist. Der gebürtige Australier Elliott hat Cowards 86 Jahre alte Komödie recht schwungvoll ins Szene gesetzt. Allerdings kann er auch auf drei Schauspieler bauen, die mit sichtlichem Spaß und großer Ausstrahlung bei der Sache sind.
Strahlender Mittelpunkt des Geschehens ist zweifellos Jessica Biel, im Film wie in der Realität Amerikanerin. Die 28-jährige Larita-Darstellerin mit deutschen, französischen, irischen und indianischen Vorfahren bezaubert nicht nur den Sohn, den Vater und auch den Butler der Whitakers, sondern auch die Zuschauer.
Denn der ehemalige Jugendstar einer TV-Serie, die lange Fußball gespielt hat, ist als Objekt erotischer Begierden ebenso glaubwürdig wie als Kumpeltyp. Dass Biel auch komödiantisches Talent besitzt, zeigt sich in den irrwitzig komischen Szenen des Films, in denen es um einen versehentlich erstickten Schoßhund geht.
Regisseur Elliott, der zusammen mit Sheridan Jobbins auch das Drehbuch nach Cowards Vorlage geschrieben hat, wandelt übrigens bei dieser Verfilmung in den Spuren des legendären Alfred Hitchcock: Dieser brachte das erfolgreiche Bühnenstück bereits 1928 auf die Leinwand, allerdings war der Stummfilm damals ein Misserfolg.
Der Film kommt in Deutschland am 24. Juni in die Kinos.