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Chuck Norris hat Geburtstag
Ein Actionheld wird 70

Chuck Norris in Bildern
Chuck Norris in Bildern FOTO: Twentieth Century Fox
Düsseldorf. "Chuck Norris trägt keine Uhr, er bestimmt wie spät es ist." Aber auch ein Chuck Norris wird älter. Mittwoch feiert der politisch engagierte Karate-Champion und Action-Held im Ruhestand  seinen 70. Geburtstag. Von David Scheier

Chuck Norris hat seine aktuelle Bekanntheit zum großen Teil wohl den Chuck-Norris-Facts zu verdanken, einem Internettrend, der mit übertriebenen Sprüchen in den 2000er Jahren die Ernsthaftigkeit in Norris' Actionszenen persiflierte.

Doch in 70 Jahren hat der frühere Karateweltmeister und weltweite Film- und TV-Star viel erlebt, was sich allein durch die Chuck-Norris-Facts nicht erfassen lässt.

Vater mit Alkoholproblem

Carlos Ray Norris kam am 10. März 1940 in Oklahoma auf die Welt und wuchs als ältester von drei Brüdern auf. Sein Bruder Wieland starb später im Vietnamkrieg, weshalb ihm Chuck Norris seine "Missing in Action"-Filme widmete.

Sein Vater, von dem Norris in seiner Autobiografie erzählt, dass er Alkoholprobleme hatte, war irischer Abstammung und Trucker. Seine Mutter stammte von den Cherokee Indianern ab.

Als er 16 Jahre alt war, trennten sich seine Eltern und Chuck Norris zog mit seiner Mutter und seinen Brüdern nach Kalifornien.

Während er für die US Air Force in Korea stationiert war, begann Norris sein Training in asiatischer Kampfkunst. 1962, nach Ende des Militärdienstes, gründete er eine Kette von Karateschulen, nahm an internationalen Turnieren teil und war sechs Jahre lang Karateweltmeister. 1990 begründete Chuck Norris seine eigene Kampfkunst.

Durchbruch dank Bruce Lee

Schauspieler-Legende Steve McQueen, dessen Sohn bei Chuck Norris Karateunterricht nahm, empfahl dem damals noch unbekannten Norris Schauspielunterricht zu nehmen. Seinen Durchbruch schaffte er als Bösewicht in dem Bruce Lee-Film "Die Todeskralle schlägt wieder zu", in dessen Finale er einen legendären Zweikampf mit Bruce Lee hat.

Aber Chuck Norris wollte "in den Filmen gemocht werden, mit einer positiven Nachricht", wie er einst in einem Interview mit der "New York Times" sagte. In gewisser Weise hat er sein Ziel erreicht: Chuck Norris hat heute einen ironischen Kultstatus.

Filme sind ernst und patriotisch

Seine Karriere ist geprägt von Actionfilmen, in denen er den wortkargen Helden mimt, der kommentarlos ganze Armeen auseinander nimmt. Die Filme sind überladen mit Patriotismus und einer Ernsthaftigkeit, die in Filmen, bei denen einer gegen Hunderte antritt, Fehl am Platz scheint.

Actionhelden wie Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone und Bruce Willis verschafften sich in den 80er Jahren mit "One-Linern" Beliebtheit, ulkigen Sprüchen vor oder nach einer harten Actionsequenz. Chuck Norris dagegen gewann seine Fans durch humorlose Action vor amerikanischer Flagge.

Seine Filmreihen heißen nicht "Terminator" oder "Stirb Langsam", sondern "Delta Force" oder "Missing In Action", benannt nach militärischen Fachbegriffen. Derartige Action B-Movies findet man heute nur noch in Videotheken. Bei Filmfans werden Norris' Filme und Serien allerdings als kultiger Trash gefeiert.

Seit 2005 hat Chuck Norris sein Markenzeichen, den Roundhouse-Kick, an den Nagel gehängt. Sein letzter Film, "The Cutter", wird vom Lexikon des internationlen Films als "behäbig inszenierter Actionfilm für einen in die Jahre gekommenen Helden" kritisiert.

Norris unterstützt Republikaner

Der größte Erfolg seiner Schauspielkarriere war die Actionserie "Walker, Texas Ranger", in der Norris in Dallas auf der Jagd nach Bösewichten ging. Dort in Texas, im amerikanischen Bible Belt, der von konservativen Christen geprägt ist, fühlt sich der ebenfalls streng gläubige Chuck Norris am wohlsten.

Doch sein christlicher Nationalpatriotismus hört nicht bei seinen Filmen auf: Norris hat bereits 1988 George Bush senior im Wahlkampf unterstützt. Auch George W. Bush hatte in Chuck Norris einen besonderen Fürsprecher.

Teilnahme am Wahlkampf

Sein politisches Engagement kulminierte in der letzten Präsidentschaftskampagne, als Norris den republikanischen Kandidaten Mike Huckabee bei den Vorwahlen unterstützte, bevor dieser sich John McCain geschlagen geben musste. Huckabee und Norris erschienen gemeinsam in Wahlwerbespots, in denen Chuck Norris Argumente für die Wahl Huckabees nannte, worauf dieser dann mit einem Chuck Norris Fact antwortete.

Einen so lockeren Umgang mit den Sprüchen über ihn hatte Chuck Norris nicht immer: Den Fact "Es gibt keine Evolutionstheorie. Es gibt nur eine Liste von Kreaturen, denen Chuck Norris erlaubt zu leben" kommentierte Norris einst mit der Aussage, man müsse nur Chuck Norris mit Gott ersetzen, dann stimme der der Satz.

 
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