Fußball-Star Cantona spielt sich selbst: Ein "enfant terrible" als Filmheld
VON MARK ZELLER - zuletzt aktualisiert: 27.10.2009 - 07:37Düsseldorf (RPO). Auf diesen Film hat nicht nur Manchester gewartet: Am 5. November startet "Looking for Eric". Im Mittelpunkt steht Fußball-Legende Eric Cantona. Der spielt sich selbst - als Helfer für einen gestrauchelten Fan.
Dass Eric Cantona im Rampenlicht steht, ist nichts Neues, dass er schauspielert auch nicht. Der neue Film "Looking for Eric" stellt dennoch eine Besonderheit dar. Denn Eric Cantona spielt diesmal Eric Cantona. Wer könnte das auch es besser?
Der bullige Stürmer war schon zu seiner aktiven Zeit eine schillernde Persönlichkeit - mit einer Strahlkraft weit über das Stadionrund hinaus. In Manchester hatte er sein größte Zeit. Dort wählten sie ihn, den Franzosen, zum Spieler des 20. Jahrhunderts. Dort wird er auch heute noch vergöttert.
Auf diesem Cantona-Kult basiert der Film, zu dem Paul Laverty das Drehbuch schrieb. ManU-Fan Eric (Steve Evets) steckt in der Lebenskrise. Privatleben und Job sind aus den Fugen geraten. Doch das wäre vermutlich alles noch zu verkraften, hätte der Fußballfan nicht vor 25 Jahren Lily (Stephanie Bishop), die Liebe seines Lebens, sitzen gelassen. In dieser Situation kann nur noch einer helfen: ManU-Legende Eric Cantona, der plötzlich leibhaftig in der Küche seines Namensvetters steht. Mit seiner Hilfe kämpft sich Eric zurück und lernt dabei auch, dass man auch mal "Nein" sagen muss, um ein Ja zu bekommen.
Rührendes Alltagsmärchen
Regisseur Ken Loach, bekannt für seine einfühlsamen Millieustudien, erzählt ein rührendes Alltagsmärchen - ein Plädoyer für die Hoffnung, und gleichzeitig ein bewegendes Denkmal für einen Fussballhelden. Dass der Eric Cantona heißt, ist kein Zufall, denn Regisseur Loach wollte dieses "Original": "Wenn Eric in einen Raum kommt, dann spürt man wirklich, dass er da ist", so der Filmprofi. "Er ist ein Mann mit einem bemerkenswerten Charisma und einer geradezu magnetischen Anziehungskraft".
Und einer, der nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen kennt. Der Mann mit dem hochgestellten Trikotkragen polarisierte seit Beginn seiner Karriere als Grenzgänger zwischen Genie und Wahnsinn. Seine fußballerischen Ausnahmefähigkeiten wurden oft begleitet von Ausrastern. Bereits in jungen Jahren fiel Cantona wegen diverser Auseinandersetzungen mit Schiedsrichtern, Trainern, Vereinsführungen und dem französischen Verband in seinem Heimatland in Ungnade.