Naomi Campbell: Erst nach Venedig, später dann Kinder
VON PETER BEDDIES - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010 - 16:54Venedig (RP). Ein Filmfest lebt natürlich von den Filmen, die dort gezeigt werden, sonst hieße es ja nicht Filmfest. Aber damit auch genügend Fotografen anreisen, die ihre Bilder in die Welt schicken, dürfen natürlich auch prominente Gesichter nicht fehlen. In Venedig bekam man in nur zwei Tagen schon einiges geboten: Jessica Alba und Natalie Portman schwebten über den roten Teppich und jetzt war auch noch Naomi Campbell da.
Das britische Supermodel hat schließlich Zeit für so etwas. Zwar plant die 40-Jährige auch noch Nachwuchs, aber dabei wolle sie sich nicht unter Druck setzen, verriet sie kurz vor ihrer Reise an den Lido.
Schließlich wisse sie nicht, wann der perfekte Zeitpunkt für Nachwuchs sei und vertraue bei der Familienplanung auf Gott, sagte sie dem britischen "Elle"-Magazin. Sie habe sich angewöhnt, nicht über die Zukunft nachzudenken und jeden Tag intensiv zu leben. Doch neben der glänzenden Promiwelt hat das Festival in Venedig auch mit Problemen zu kämpfen.
Festival unter Konkurrenzdruck
Wer immer nach Venedig kommt und zwischen Rialtobrücke und Markusplatz nach dem Filmfest sucht, der wird enttäuscht. Denn die Filmfestspiele finden schon seit Jahrzehnten etwas außerhalb statt. Ungefähr eine halbe Stunde mit dem Boot entfernt, auf der kleinen Insel Lido.
Das schöne an diesem Flecken: keine Touristen, so weit das Auge blickt. Genau das könnte nun aber auch zu einem der Probleme des Festivals werden. Denn mehr und mehr werden die legendären Plätze, die zum Festival gehören, geschlossen.
Die alten Festivalbauten werden seit Jahren umgestaltet. 2011 sollte der neue Palazzo stehen. Jetzt wurde Asbest im Erdreich gefunden (andere Quellen sagen, es sei kein Geld mehr da). Auf jeden Fall soll der Bau wahrscheinlich 2012 fertig werden.
Eine andere Legende wurde heimlich, still und leise zu Grabe getragen. Dem altehrwürdigen Hotel "des Bains", in dem Meisterregisseur Visconti unter anderem "Der Tod in Venedig" gedreht hatte, fehlten die zahlungskräftigen Gäste. Nun wird es zu einem Luxus-Appartementhaus umgebaut. Dass man dort künftig Filmemacher, die meist nicht im Geld schwimmen, begrüßen wird, ist fraglich.
Im nächsten Jahr schließt dann auch das zweite Luxushotel auf der Insel, das "Excelsior". Die offizielle Ansage lautet: dringende Renovierungs-Arbeiten – Wiedereröffnung bestimmt in zwei Jahren. Aber wo sollen zwischendurch die Gäste bleiben?
Potenzielle Erben stehen bereit
Eine Antwort gibt es schon. Sowohl das Filmfest in Rom als auch das wichtigste Filmfestival in Nordamerika, in Toronto, würden Venedig gern beerben. Die Bemühungen von Rom laufen noch ins Leere. Aber Toronto, das in den nächsten Tagen seinen Jahrgang eröffnet, hat einen strategischen Vorteil. Es liegt dicht an den USA.
Die begehrten Filmemacher und Stars nehmen heute schon den Flug nach Europa nicht mehr so häufig in Kauf wie noch vor zehn Jahren. Wenn man sich an Ort und Stelle umhört, ist die Stimmung in Venedig immer noch recht gelassen. Aber hin und wieder hört man schon besorgte Stimmen, wie viel Mühe sich das Festival geben muss, um das nächste Jubiläum zu erreichen.
Der aktuelle Festival-Jahrgang ist von alledem nur zum Teil betroffen. Die Kinos sind alt, die Sitze durchgesessen. Aber das stört nicht, wenn man neue Filme anschauen kann. Die Kritiker sehen im Rennen um den Goldenen Löwen immer noch Darren Arofofskys "Black Swan" vorn. Der Vietnamese Tran Anh Hung könnte für sein Drama "Norwegian Wood" ebenfalls einen Preis bekommen. Und wenn es einen Preis für den frivolsten Film gäbe, würde der an den französischen Film "Happy Few" gehen. 103 weitgehend textilfreie Minuten über Partnertausch.
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