Feierliche Verleihung am 7. Dezember in Berlin: Europäischer Filmpreis: "Good Bye, Lenin" gegen "Dogville"
zuletzt aktualisiert: 03.12.2003 - 14:13Berlin (rpo). "Good Bye, Lenin!" hat das Publikum europaweit verzaubert: Rund 6,5 Millionen Besucher in Deutschland und eine Millionen in Frankreich sprechen eine deutliche Sprache. Jetzt geht der Film von Wolfgang Becker auch ins Rennen um den "Europäischen Oscar". Er wäre der erste deutsche Hauptgewinner.
Die deutsche Erfolgskomödie "Good Bye, Lenin!" muss an diesem Samstag in Berlin gegen die versammelte europäische Konkurrenz antreten. Bei der diesjährigen Verleihung des Europäischen Filmpreises liegt der melancholisch-satirische Film von Wolfgang Becker über die untergegangene DDR im Rennen mit Regisseuren wie Lars von Trier aus Dänemark ("Dogville"), der den nächsten "Ring des Nibelungen" in Bayreuth auf der Opernbühne inszenieren wird, sowie Michael Winterbottom und Stephen Frears aus Großbritannien ("In This World" und "Dirty Pretty Things") oder François Ozon aus Frankreich ("Swimming Pool").
Beim europäischen Publikum hat "Good Bye, Lenin!" längst die ersten Erfolge erzielt, wie eine Million Besucher in Frankreich bewiesen, was dort ein deutscher Film schon lange nicht mehr erreichte. Auch in Italien oder Dänemark stieß der Film auf großes Interesse, der mittlerweile in 68 Länder verkauft und alleine in Deutschland von 6,5 Millionen Zuschauern gesehen wurde. Jetzt geht es noch um "Kritikerweihen" und Juryplatzierungen nach dem sensationellen Erfolg bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises im Juni. Ein Sieg in der ersten Kategorie des "europäischen Oscars" wäre der erste deutsche Hauptgewinner in der Geschichte des Europäischen Filmpreises, der seit 1988 vergeben wird.
Wolfgang Beckers schärfster Konkurrent: Lars von Trier
Aber beim "Euro-Oscar" gilt es, den diesjährigen Goldenen Bären der Berlinale auszustechen, den ebenso anrührenden wie unsentimentalen Film "In This World" des britischen Regisseurs Michael Winterbottom über das Schicksal eines afghanischen Flüchtlingskindes auf seinem Weg nach Europa. Er schildert beeindruckend die Auswirkungen von Krieg und Terror auf den Alltag der so genannten kleinen Leute.
Vor allem aber gilt es, mit Lars von Trier gegen einen Mann anzutreten, der durch die dänische "Dogma-Bewegung" weltweite Beachtung in der Filmwelt gefunden hat und der schon zwei Mal den Europäischen Filmpreis gewonnen hat - 1996 mit "Breaking The Waves" und im Jahr 2000 mit "Dancer in the Dark" mit Björk. Und drei Mal bester Europäer zu werden, ist durchaus erreichbar, wie es das Beispiel des italienischen Regisseurs Gianni Amelio schon gezeigt hat. Trier hat mit seinem Frauendrama "Dogville" mit Superstar Nicole Kidman große Beachtung gefunden.
Mitkonkurrenten um den Europäischen Filmpreis, der seit seiner Begründung 1988 in Berlin noch immer an einem zu geringen Stellenwert in der öffentlichen Aufmerksamkeit leidet, sind der Psycho-Thriller "Swimming Pool" des Franzosen François Ozon ("8 Frauen"), das stilsichere und stellenweise sogar humorvolle Melodram "Mein Leben ohne mich" von der spanischen Regisseurin Isabel Coixet und Stephen Frears' sozialrealistischer Blick in die Unterwelt der illegalen Einwanderer in London, "Dirty Pretty Things".
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