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Interview mit Jella Haase
"Komödie war eher ein Ausflug"

Fotos: Elyas M'Barek bei der Premiere von "Fack Ju Göhte 2"
Fotos: Elyas M'Barek bei der Premiere von "Fack Ju Göhte 2" FOTO: dpa, udu kde
Kaufbeuren. Als prollige Chantal im Mega-Erfolg "Fack Ju Göhte" hatte Jella Haase ihren großen Durchbruch. Dabei ist die Schauspielerin schon seit Jahren im Geschäft - und die Schulkomödie war für sie eher ein Ausflug.

Als Chantal ("Heul leise!") hat Schauspielerin Jella Haase jetzt schon ein kleines Stückchen Filmgeschichte geschrieben. Der Mega-Erfolg "Fack Ju Göhte" war für die 22-Jährige aber eigentlich nur ein Ausflug, wie sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur am Set ihres neues Filmes "Nirgendwo" in Kaufbeuren im Allgäu sagt. Darin verrät sie auch, warum sie jetzt dunkle Haare hat.

In "Nirgendwo" geht es um einen jungen Mann, der nicht so richtig weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll und wohin die Reise für ihn geht. Warum wolltest Du da mitmachen?

Jella Haase Ich finde die Geschichte richtig und wichtig für den Zeitpunkt gerade. Es geht um unsere Generation und ich kenne das in meinem Freundeskreis, dass viele Leute sich völlig überfordert fühlen von dieser Masse an Angeboten. Der Zeitgeist der Geschichte hat mich gereizt. Ich fand es spannend, hineinzugehen in diese Thematik und auch gut, dass sie erzählt wird.

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Du sagst, Du kennst viele Leute, die sich überfordert fühlen. Geht es Dir selbst manchmal auch so?

Haase Ich hab ja schon ein bisschen meine Bestimmung gefunden oder das, womit ich mich verwirklichen kann. Darum geht es mir eigentlich nicht so. Aber Freunde von mir kommen damit nicht zurecht, sich entscheiden zu müssen. Ein Freund von mir hat mal gesagt, er hat das Gefühl, wenn er eine Tür aufmacht, schließt sich automatisch eine andere. Das führt dann zu einer Stagnation. Dabei finde ich es so wichtig, dass man was ausprobiert, wenn man jung ist. Das ist ja auch die Message vom Film: Die beste Zeit ist jetzt.

Du hast Dir die Haare gefärbt. War es wichtig für Dich, anders auszusehen als Chantal?

Haase Natürlich ist das wichtig. Es ist wichtig für jede Rolle, ihr eine Identität zu geben und ein Aussehen. Ich finde, die brünetten Haare passen super zur Rolle. Die ist frech, die ist vorlaut. Ich fand es einfach cool, mich zu verwandeln.

Hast Du mal Angst gehabt, die Rolle der Chantal könnte - um im Bild von vorhin zu bleiben - für Dich auch andere Türen schließen?

Haase Nee, ich habe das Glück, dass ich immer wahnsinnig facettenreiche Rollenangebote bekomme. Nach "Fack Ju Göhte" habe ich schon gesagt, dass ich dagegen anwirken möchte, in eine Schublade gesteckt zu werden. Es ist schon eine bewusste Entscheidung, dass ich jetzt nicht sofort wieder eine Komödie gedreht habe, aber ich bekomme so viele unterschiedliche Dinge angeboten, dass ich eigentlich keine Angst habe, dass ich da stigmatisiert werde. Im November kommen sehr sehr ernste Filme in die Kinos und das ist ja eigentlich das Genre, in dem ich mich eher bewege. "Fack Ju Göhte" ist ein toller Film, der unglaublich viel Anklang findet, aber ich drehe ja nun schon seit sieben Jahren und die Komödie war eher ein Ausflug. Ich will nicht sagen, dass ich mir das nie wieder vorstellen könnte, aber im Grunde mache ich andere Dinge und spiele andere Rollenprofile.

Ist "Fack Ju Göhte 3" ein Thema für Dich?

Haase Da weiß ich nichts drüber. Ich bin jetzt gerade voll in anderen Projekten und bin froh, dass wir "Fack Ju Göhte" abgedreht und die Promo-Tour abgeschlossen haben. Jetzt bin ich hier und konzentriere mich auch auf das Hier und Jetzt.

Was bei der Premiere und auch bei den weiteren Promo-Terminen für "Fack Ju Göhte 2" los war, übertrifft ja bei weitem den ersten Teil. Ist das beängstigend?

Haase Die Premiere in München war schon beängstigend, weil man erstmal völlig überfordert ist mit so einer Menschenmasse, die alle schreien und was von Dir wollen. Das hat schon eine andere Dynamik angenommen. Ich war dann am Montag in München, am Dienstag in Wien, am Mittwoch in Zürich, am Donnerstag in Berlin, am Freitag in Dresden und Leipzig und überall haben Menschen auf uns gewartet, die hysterisch waren und geschrien haben. Natürlich geben die einem sehr viel zurück, aber ich musste mich erstmal dran gewöhnen. Das ging dann sogar relativ schnell - und dann kann man das auch genießen. Es war schon echt sehr aufregend.

(dpa)
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