Interview mit "Alexander"-Darsteller: Farrell: "In Amerika mäkeln sie an allem herum"
zuletzt aktualisiert: 23.12.2004 - 15:05Berlin (rpo). Der irische Schauspieler Colin Farell wurde durch Filme wie "Minority Report" von Steven Spielberg und "Nicht auflegen!" von Joel Schumacher weltweit bekannt. Gegenwärtig ist der 28-Jährige in dem Beziehungsfilm "A Home at the End of the World" von Michael Mayer und in dem Historienepos "Alexander" von Oliver Stone in den deutschen Kinos zu sehen.
Frage: Mister Farell, Sie treten in Richard Burtons Fußstapfen, der Alexander den Großen bereits 1956 verkörpert hat. Haben Sie den Film gesehen?
Colin Farrell: Oh ja, und ich mochte ihn. Ich mag diese Geschichte, Alexanders Charakter und diese Zeit. Ich habe in diesem Jahr zu dem Thema alles verschlungen, ob Dokumentarfilm, Bücher oder Filme. Den Film von 1956 halte ich zwar nicht für den besten, er lässt manche Details aus, aber Burton war natürlich ein Genie.
Die meisten amerikanischen Kritiker verreißen Ihren "Alexander". Glauben Sie, dass man in Europa anders darauf reagiert?
Ja, die Kritiken sind schrecklich. Jeder Film von Oliver spaltet die Meinungen. Manche Leute mögen seine Arbeit, andere nicht. Ich habe festgestellt, dass in Europa manche Leute positiv auf den Film reagieren. Andere haben auch Probleme damit, aber sie begründen es. In Amerika mäkeln sie einfach an allem herum, dem Akzent, den Haaren... Einige der amerikanischen Kritiken sind intelligent geschrieben, aber die überwiegende Mehrheit wetzt die Messer und sagt, lasst uns Stone fertig machen. Ich denke, die meisten von ihnen sind sehr ungerecht.
Können Sie sich an besonders lustige oder schlimme Tage während der Dreharbeiten zu "Alexander" erinnern?
Es gab keine lustigen Tage, obwohl wir auch viel Spaß hatten. Viele Szenen waren sehr anstrengend, zum Beispiel die beiden Schlachten. Sie waren körperlich die härteste Erfahrung während der ganzen Dreharbeiten, insbesondere die Szene mit den Elefanten. Und dann gab es auch emotional schwierige Szenen, wie die Tötung von Kleithos. Dieser Drehtag war sehr hart für mich.
Wie war es, mit Angelina Jolie als Mutter zu spielen?
Großartig! Als ich hörte, dass sie meine Mutter spielt, dachte ich zuerst, was soll das, sie ist nur ein Jahr älter als ich. Aber sie ist eine großartige Schauspielerin, und sie hat ihre Rolle beeindruckend gestaltet.
Sie haben bereits mit großen Regisseuren wie Joel Schumacher, Steven Spielberg und jetzt Oliver Stone zusammengearbeitet. Unterscheiden sie sich in ihren Arbeitsweisen?
Joel vertraut seinen Schauspielern sehr und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Rollen zu gestalten. Es ist sehr angenehm mit ihm zu arbeiten. Aber ich denke, sie haben alle ihren unterschiedlichen Stil und sind auf ihre Weise brilliant. Oliver Stone ist sehr intelligent, leidenschaftlich, zäh und inspirierend. Er verlangt von seinen Schauspielern sehr viel, aber von sich selbst noch mehr.
Macht es für Sie einen Unterschied, ob Sie in Mega-Produktionen wie "Alexander" oder in kleineren Filmen wie "A Home at the End of the World" mitspielen?
Als Schauspieler macht es keinen Unterschied, ob man auf der Bühne, im Fernsehen oder im Film arbeitet. Das wichtigste ist, dass man als Schauspieler arbeitet, so lange man kann.
Und bald werden sie als Sonny Crockett in der Kinoversion von "Miami Vice" unter der Regie von Michael Mann zu sehen sein?
Ja, wir starten im April. Michael Mann (Schöpfer der Originalserie) schrieb das Drehbuch. Als Kind sah ich die Serie im Fernsehen. Don Johnson als Crockett war großartig. Doch ich werde versuchen, meinen eigenen Crockett zu gestalten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






