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  Foto: AFP, AFP
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Der in Venedig geehrte Regisseur im Interview: Fatih Akin verpasste Cannes wegen Jan Delay

zuletzt aktualisiert: 15.09.2009 - 07:57

Venedig (RP). Der Regisseur Fatih Akin erklärt im Interview unter anderem, warum sein neuer, bei der Biennale in Venedig mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichneter Film "Soul Kitchen" nicht wie geplant bei den Filmfestspielen von Cannes gelaufen ist und wieso ihm Humor schwerfällt.

Was bedeutet Ihnen der Preis?

Akin Je mehr Preise man gewinnt, desto weniger wichtig erscheinen sie einem. Aber das kann man natürlich leicht sagen, wenn man schon einige bekommen hat. Vielleicht gibt es ja auch mal wieder eine Durststrecke, dann bedeuten mir Preise möglicherweise wieder mehr.

Stimmt es, dass die Filmfestspiele von Cannes im Mai Ihren Film gern gehabt hätten?

Akin Stimmt, und dank des Sängers Jan Delay ist es zum Glück nicht dazu gekommen.

Welche Geschichte steckt dahinter?

Akin Meine Geschichte geht so, dass ich von Jan Delay ein Lied für den Film haben wollte. Zu der Zeit hatte er ja gerade an seiner neuen Platte "Wir Kinder vom Bahnhof Soul" gearbeitet. Jan hat sich den Film angeschaut und mich dann gefragt: "Bist du damit fertig?" Klar, habe ich gesagt, mit der Version gehe ich nach Cannes. Und er hat darauf gesagt: "Nein, ich glaube nicht, dass du fertig bist. Der Groove stimmt noch nicht!"

Und das haben Sie ihm geglaubt?

Akin Er ist Musiker und sollte wissen, wann eine Sache groovt und wann nicht. Also habe ich 24 Stunden überlegt und dann in Cannes angerufen.

 und gesagt, dass Sie nicht kommen, weil der Groove des Films nicht stimmt?

Akin Genau das habe ich gesagt. Und dann sind wir noch mal rangegangen und haben am Groove gearbeitet.

Wenn Sie das erzählen, klingen Sie ein bisschen wie ein DJ.

Akin Ich wollte schon immer mal einen Film wie ein DJ-Set machen. Ich lege ja auch als DJ auf. Wenn auch nicht mehr so oft wie früher. Ich habe schon lange einen Film im Kopf, bei dem die Tracks ineinander übergehen. Das haben wir hier versucht. Dass die Leute in Venedig den Film so gut aufgenommen haben, das hatte ich nicht erwartet.

Warum nicht?

Akin Bei einer Komödie ist immer schwer vorauszusagen, wie sie ankommt. Dazu noch ein Film mit Hamburger Schnack, teils derbe Dialoge. Das war schon ein Wagnis.

Sie waren schon manches Mal in Ihren Filmen lustig. Aber noch nie so lustig wie hier.

Akin Na ja, das ist für mich schon schwierig. Ich habe ja noch keinen eigenen Humor. Also Filmhumor. Den muss ich erst entdecken. Woran ich mich orientiert habe, das waren Filmer und Künstler, deren Werke ich schon immer verehrt habe. Coen-Brüder – toller Humor. Chaplin und Buster Keaton. Oder Lubitsch und Billy Wilder.

Quelle: RP

 
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