Ministerpräsident Beck verleiht Auszeichnung: Filmemacher Reitz mit Carl-Zuckmayer-Medaille geehrt
zuletzt aktualisiert: 18.01.2004 - 22:06Mainz (rpo). Die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz ist in diesem Jahr an den Autor und Filmemacher Edgar Reitz gegangen. Er ist vor allem für den Filmepos "Heimat" bekannt.
Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) verlieh die Auszeichnung am Abend im Mainzer Staatstheater für Reitz' Verdienste und Erfolge mit seiner Familiensaga "Heimat". Durch Reitz habe der vielfach ideologisch belastete Begriff "Heimat" eine "neue, ehrlichere Bedeutung erhalten", sagte Beck. Zugleich habe der Filmemacher eine Vorstellung von Heimat verwirklicht, wie sie Carl Zuckmayer definiert habe: Danach bestimmt Heimat das Wesen des Menschen tiefer als Erziehung, Erfahrung oder ökonomische Verhältnisse.
Die Carl-Zuckmayer-Medaille wurde in diesem Jahr zum 25. Mal verliehen. Sie erinnert an den am 7. Dezember 1895 im rheinhessischen Nackenheim geborenen Schriftsteller und zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich um die deutsche Sprache verdient gemacht haben. Die Auszeichnung wird in der Regel an Zuckmayers Todestag, dem 18. Januar, überreicht. Der Dichter starb im Jahr 1977. Das Mainzer Staatstheater war 1926 Schauplatz der Erstaufführung von Zuckmayers bekanntem Werk "Fröhlicher Weinberg".
Filmepos "Heimat" als größter Erfolg
Reitz wurde 1932 in Morbach im Hunsrück geboren und setzte mit seinem inzwischen dreiteiligen Filmepos "Heimat" dieser Gegend ein Denkmal. In "Heimat" (1984) und "Die zweite Heimat" (1992) erzählt Reitz die Geschichte der Familie Simon aus dem Hunsrück in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis hinein in die 68er Jahre und die Zeit der Studentenrevolte.
Im März 2002 hatte Reitz mit den Dreharbeiten zu "Heimat 3" begonnen, in der er die Lebensstränge der Familie vom Mauerfall im November 1989 bis an die Schwelle zum neuen Jahrtausend Ende 1999 verfolgt. Der 71-jährige Reitz gilt als einer der Pioniere des Neuen Deutschen Films.
Unter den rund 900 Gästen im Mainzer Staatstheater war am Sonntagabend nach Angaben der Staatskanzlei auch der erste Preisträger der Medaille, Günther Fleckenstein. Zu den weiteren Preisträgern zählen unter anderem Friedrich Dürrenmatt, Günter Strack, Hanns Dieter Hüsch, Martin Walser, Mario Adorf, Katharina Thalbach und Wolf von Lojewski.
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