Tarantino, Akin, Fincher: Filmfestival in Cannes mit deutschem Wettbewerbsbeitrag
zuletzt aktualisiert: 15.05.2007 - 12:46Cannes (RPO). Bereits zum 60. Mal findet das Internationale Filmfestival in Cannes in diesem Jahr statt. Eröffnet wird das Festival an der französischen Cote d'Azur mit Wong Kar-Wais "My Blueberry Nights". Zwei Jahre nach Wim Wenders "Don't Come Knocking" ist mit Fatih Akins "Auf der anderen Seite" auch wieder ein deutscher Film im Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten.
"Auf der anderen Seite" erzählt die Geschichte von sechs Menschen, deren Leben auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind. Charlotte Staub (Patrycia Ziolkowska) ist eine verwöhnte Studentin und auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Zum Entsetzen ihrer Mutter Susanne (Hanna Schygulla) verliebt sie sich in die politische Aktivistin Ayten Öztürk (Nurgül Yesilcay), die sich illegal in Deutschland aufhält. Nejat Aksu (Baki Davrak), Germanistik-Professor mit türkischen Wurzeln, hat mit der Welt seines Vaters Ali (Tuncel Kurtiz) nur noch wenig gemein. Sein Leben gerät durcheinander, als er Yeter (Nursel Köse) trifft, die Lebensgefährtin seines Vaters. Sie prostituiert sich in Deutschland, um ihrer Tochter in Istanbul ein Studium zu finanzieren.
Ins Rennen um die Auszeichnungen gehen neben Wong Kar-Wai und Berlinale-Gewinner Akin ("Gegen die Wand") auch Quentin Tarantino mit "Death Proof", Joel und Ethan Coen mit "No Country for Old Men", David Fincher mit "Zodiac", Kim Ki-duk mit "Breath" und Emir Kusturica mit "Promise Me This". Ebenfalls im Wettbewerb sind Gus van Sant mit "Paranoid Park", Julian Schnabel mit "Le Scaphandre et le Papillon" sowie Alexander Sokurow mit "Alexandra".
In der Konkurrenz laufen ferner die ungarisch-französisch-deutsche Koproduktion "The Man from London" von Béla Tarr sowie der Film "Import Export" des Österreichers Ulrich Seidl.
Präsident der Jury ist in diesem Jahr der Regisseur Stephen Frears. Auch der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk gehört dem Gremium an. Die diesjährigen Festspiele gehen bis 27. Mai. Der bislang letzte deutsche Gewinner der Goldenen Palme war 1984 Regisseur Wenders mit "Paris Texas".
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