Investorengruppe zahlt symbolischen Preis und übernimmt Schulden von 18 Millionen Euro: Filmstudios Babelsberg für einen Euro verkauft
zuletzt aktualisiert: 14.07.2004 - 15:00Potsdam (rpo). Während Tom Cruise in den Babelsberger Film-Studios derzeit für "Mission Impossible III" vor der Kamera steht, wird über die Zukunft der Studios verhandelt. Neue Eigentümer stehen in Aussicht, eine Investorengruppe aus München soll die Studios zu dem symbolischen Preis von einem Euro kaufen und auch die Altschulden in Höhe von 18 Millionen Euro übernehmen, hieß es seitens des bisherigen Eigentümers Vivendi.
Die Investoren hätten mit dem bisherigen Eigentümer Vivendi eine verbindliche Grundsatzvereinbarung getroffen, die nun ausgearbeitet werden müsse, sagte der Sprecher der Studio Babelsberg GmbH, Felix Neunzerling, am Mittwoch in Potsdam. Er rechne mit einem Abschluss im Herbst. Die Investorengruppe wird von den Münchnern Carl Woebcken und Christoph Fisser geleitet.
Der Verkauf sei Teil der Unternehmensstrategie, Verluste zu reduzieren. Laufende Produktionen würden vom Verkauf nicht beeinträchtigt. Auf längere Sicht wollten die neuen Investoren den Standort Babelsberg parallel zum derzeitigen Geschäft auf Fernsehproduktionen ausrichten.
Babelsberg-Betriebsrat Jan-Peter Schmarje äußerte sich besorgt über den Verkauf an die Gruppe. Die neuen Investoren seien "eine unbekannte Größe". Es müsse sich zeigen, ob sie die Filmproduktion in Babelsberg auch wirklich wollten.
Die angekündigte Spezialisierung auf Fernsehproduktionen halte er entweder für "hohle Erklärungen" oder für naiv. Der Markt sei heiß umstritten. Für das ganz große Filmgeschäft werde zudem ein dickes finanzielles Polster gebraucht, um bestehen zu können.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) sagte, das Land sei den Käufern gegenüber "unvoreingenommen und für Gespräche offen". Er sei über die konkreten Pläne der Investoren noch nicht informiert worden.
Woebcken war bis 2002 Finanzvorstand der Münchner Trickfilmfirma TV-Loonland AG. Er führt heute die Berlin Animation Film GmbH an, die Zeichentrickfilme vermarktet und produziert. Fisser hat in München ein Filmstudio.
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