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Französischer Film "Hereinspaziert!"
"Zutiefst rassistische Komödie"

Französischer Film "Hereinspaziert!": "Zutiefst rassistische Komödie"
Eine Szene des Films "Hereinspaziert!" mit Ary Abittan (r.) und Christian Clavier. FOTO: dpa, dhy sab
Heidelberg. Die Rassismusvorwürfe gegen "Hereinspaziert", den neuen Film der Macher von "Monsieur Claude und seine Töchter", werden immer lauter. Nun meldet sich auch der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zu Wort.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat den kürzlich im Kino angelaufenen französischen Film "Hereinspaziert!" als "zutiefst rassistische Komödie" kritisiert. Der Film produziere und reproduziere "rassistische und antiziganistische Stereotype", hieß es in einer Erklärung am Dienstag. "Zugewanderte rumänische Roma werden in der Produktion durchweg als nicht integrierbare Gegenkultur zur westlichen Zivilisation konstruiert."

"Es ist unerträglich, wie Angehörige der Minderheit als vormoderne und unzivilisierte "Wilde" charakterisiert werden. Der Film benutzt die Minderheit als Projektionsfläche und Gegenbild und macht Geld auf Kosten einer ohnehin diskriminierten Minderheit mit Rassismus", sagte der Zentralratsvorsitzende Romani Rose.

"Hereinspaziert!" war am 21. September in deutschen Kinos angelaufen. Regisseur ist Philippe de Chauveron, der 2014 mit "Monsieur Claude und seine Töchter" einen Blockbuster gedreht hatte. Der französische Publikumsliebling Christian Clavier (65) spielt einen linksliberalen Bestsellerautor, der sich bei einem TV-Streitgespräch zu der Aussage hinreißen lässt, er würde jederzeit eine hilfsbedürftige Roma-Familie in seiner Luxusvilla aufnehmen, und dann beim Wort genommen wird. Dem Film war bereits beim Kinostart in Frankreich Rassismus vorgeworfen worden.

(veke/dpa)
 
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