Rennen um die "Lolas" eröffnet: "Gegen die Wand" Favorit für Deutschen Filmpreis
zuletzt aktualisiert: 18.04.2004 - 13:05Berlin (rpo). Nach dem Triumph bei der Berlinale geht der schlagzeilenträchtige Film "Gegen die Wand" von Fatih Akin nun auch als Favorit ins Rennen um den Deutschen Filmpreis 2004. Die Nominierungen wurden bekannt gegeben.
Das Beziehungsdrama des türkischstämmigen Filmemachers aus Hamburg wurde am Freitagabend in Berlin vier Mal für den höchstdotierten deutschen Kulturpreis nominiert. In der Kategorie bester Spielfilm konkurriert der Gewinner des Goldenen Bären 2004 gegen Sönke Wortmanns "Das Wunder von Bern", Leander Haußmanns "Herr Lehmann", Sylke Enders' "Kroko", Marcus Mittermeiers "Muxmäuschenstill" und Christian Petzolds "Wolfsburg", wie Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) bekannt gab. Die Gewinner der Filmpreise in Gold und Silber werden am 18. Juni bei einer Gala in Berlin verkündet.
"Das Wunder von Bern" erhielt - wie auch "Wolfsburg" und "Herr Lehmann" - auf Vorschlag der Jury Deutscher Filmpreis drei Nominierungen. "Kroko", "Muxmäuschenstill" und "Hierankl" wurden je zwei Mal nominiert.
Kandidaten für die Auszeichnung als bester Regisseur sind neben Fatih Akin die Filmemacher Christian Petzold und Sönke Wortmann. Die "Gegen die Wand"-Protagonisten Sibel Kekilli und Birol Ünel stehen als Hauptdarsteller in der engeren Auswahl. Kekilli konkurriert gegen Nina Hoss ("Wolfsburg") und Johanna Wokalek ("Hierankl"). Ins Rennen um die Preistrophäe goldene "Lola" für die männliche Hauptrolle gehen neben Ünel Josef Bierbichler ("Hierankl") und Horst Krause ("Schultze gets the Blues").
Als beste Nebendarstellerin wurden Katja Danowski ("Herr Lehmann"), Johanna Gastdorf ("Das Wunder von Bern") und Fritzi Haberlandt ("liegen lernen") nominiert. Bei den Männer stehen in dieser Kategorie Detlev Buck ("Herr Lehmann"), Fritz Roth ("Muxmäuschenstill") und Hinnerk Schönemann ("Kroko") zur Wahl.
Die Entscheidung bei den Dokumentarfilmen fällt zwischen Aelrun Goettes "Die Kinder sind tot" und "Die Geschichte vom weinenden Kamel" von Luigi Falorni und Byambasuren Davaa. In der Kategorie Kinder-/Jugendfilme gehen "Blindgänger" (Bernd Sahling) und "Die Wilden Kerle" (Joachim Masannek) ins Rennen.
Bei der Verleihung werden neben Publikumspreisen noch Auszeichnungen für eine hervorragende Einzelleistung in den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Szenenbild/Ausstattung und verfilmtes/unverfilmtes Drehbuch vergeben. Außerdem werden ein ausländischer Film geehrt sowie eine deutsche Persönlichkeit mit einem Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet.
Der Filmpreis - das "Kernstück" der Filmförderung der Bundesregierung - wird seit 1951 verliehen. Die Gesamtprämie beträgt fast drei Millionen Euro. Allein der Filmpreis in Gold bei den Spielfilmen ist mit einer Prämie von 500 000 Euro verbunden. Für die Filmpreise in Silber gibt es je 400 000 Euro. Sämtliche Prämien für die Filme sind zweckgebunden für die Herstellung eines neuen Films.
Im vergangenen Jahr war Wolfgang Beckers "Good Bye, Lenin!" der große Gewinner. Der Streifen gewann sieben Jury-Filmpreise in Gold und zwei Publikumspreise. Ab kommendem Jahr soll die Anfang September 2003 gegründete Deutsche Filmakademie den Preis ausrichten.
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