| 08.44 Uhr

Gene Wilder ist tot
Die Filmwelt trauert um einen Giganten der Comedy

Aus dem Leben des Komikers
Aus dem Leben des Komikers FOTO: ap
New York. Er galt als durchgeknallter Typ, bei dem oft kein Auge trocken bleibt. Doch er selbst fand sich gar nicht so witzig und fühlte sich von den Menschen unverstanden. Nun ist der Schauspieler und Komiker im Alter von 83 Jahren gestorben.

Gene Wilder sei am Sonntagabend in seinem Haus in Stamford im Staat Connecticut an Komplikationen infolge von Alzheimer gestorben, teilte sein Neffe Jordan Walker-Pearlman am Montag mit. Bei Wilder sei die Krankheit bereits vor drei Jahren diagnostiziert worden, doch sei er damit nicht an die Öffentlichkeit getreten, um seine Fans nicht zu enttäuschen.

Zahlreiche Kollegen und Weggefährten wie Mel Brooks, Steve Martin und Billy Crystal würdigten den Darsteller. Wilder war der Star in vielen Komödien von Mel Brooks. Mit seinen mal lockigen, mal wirren Haaren und launigen Glupschaugen spielte er oft durchgeknallte Typen wie sie nur ein Regisseur wie Brooks erfinden konnte.

Zu besichtigen war das etwa in "Frankenstein Junior" von 1974, jener Horror-Parodie auf eine Wiedererweckung des Monsters. Oder in der Showbiz-Komödie "The Producers" (dt. Frühling für Hitler) von 1968, die ihm für seine Verkörperung des scheuen Buchhalters Leo Bloom eine Oscarnominierung einbrachte.

Von diesen Menschen nahmen wir 2016 Abschied FOTO: dpa, rje htf jhe fux

In "Der wilde wilde Westen" gab Wilder wiederum auf brillante Art einen versoffenen Revolverhelden, mit seiner Rolle in "Carlie und die Schokoladenfabrik" ("Willy Wonka & the Chocolate Factory") eroberte er ab 1971 die Herzen der Kinder der Welt. Seine wohl verrückteste Darbietung: In Woody Allens Komödie "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten" mimte Wilder den Therapeuten, der eine Affäre mit einem Schaf hat.

Auch mit dem im Jahr 2005 verstorbenen Richard Pryor arbeitete Wilder zusammen: Das gegensätzliche Paar lief in "Trans America Express" (1976), "Zwei wahnsinnig starke Typen" (1980), "Die Glücksjäger" (1989) und "Das andere Ich" (1991) zu komödiantischer Höchstform auf.

Komödiant mit Magie

Doch bezeichnete sich der Schauspieler in einem Interview 2013 als Komödianten wider Willen. Dass er als lustig wahrgenommen werde, sei überhaupt das größte Missverständnis rund um seine Person. "Was für ein Komiker, was für ein witziger Typ, all das Zeug! Ich bin's nicht. Echt nicht. Außer in Filmkomödien", sagte Wilder damals. "Aber ich bringe meine Frau ein- oder zweimal zum Lachen, nichts Besonderes. Ich glaube aber nicht, dass ich so witzig bin."

Als Jerome Silberman wurde Wilder am 11. Juni 1933 in Milwaukee im Staat Wisconsin geboren. Sein Vater war russischer Emigrant, seine Mutter polnischer Abstammung. Als er sechs Jahre alt war, erlitt seine Mutter einen Herzanfall, der sie zur Halbinvalidin machte. Schon damals legte der kleine Jerome spontane Comedyeinlagen hin, um sie zu unterhalten.

Im Alter von zwölf Jahren begann er mit Schauspielunterricht, auch im College nahm er Stunden. 1961 gab er mit dem Künstlernamen Gene Wilder sein Debüt am Broadway. Dort sollte er 1963 auch Mel Brooks kennenlernen. Brooks verneigte sich vor dem Vermächtnis von Wilder. Dieser sei "wahrhaft eines der größten Talente unserer Zeit" gewesen. "Er hat jeden Film, den wir machten, mit seiner Magie gesegnet und er hat mich mit seiner Freundschaft gesegnet", twitterte der Regisseur.

Hollywoodstar Billy Crystal schrieb ebenfalls via Twitter: "Gene Wilder war ein Gigant des Comedy. Sein Filmvermächtnis ist inspirierend. Ein echtes Genie."

(mro/ap)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Gene Wilder ist tot: Die Filmwelt trauert um den Giganten der Comedy


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.