Hollywood-Star fährt selbst mit Motorboot über Canale Grande: George Clooney übernimmt das Steuer in Venedig
zuletzt aktualisiert: 02.09.2003 - 14:29Venedig (rpo). Die Biennale in Venedig ist ein einziges Schaulaufen der Hollywood-Stars. Für besonders viel Aufregung sorgen George Clooney, der eigenhändig ein Boot-Taxi über den Canale Grande lenkt, und die glamouröse Catherine Zeta Jones, die im gleichen Luxushotel abgestiegen ist wie Clooney.
George Clooney (42), Hollywood-Star und "Freizeitkapitän", erfüllt sich auf dem Canal Grande einen Wunsch. Kaum ist er am Montag mit dem Privatjet beim Filmfest in Venedig angekommen und im schnittigen Motorboot im Luxus-Hotel "Cipriani" abgestiegen, übernimmt er selbst das Ruder. Lässig mit Sonnenbrille und T-Shirt steuert er ein Boot-Taxi von der Rialtobrücke in Richtung Markusplatz. Solche Extravaganzen kann sich sonst niemand leisten. "Aber bei Clooney ist alles in Ordnung, er hat ein Bootspatent", beruhigt sich das Lokalfernsehen.
Für Aufsehen sorgt auch Catherine Zeta-Jones (33), die ebenfalls im "Cipriani" eingebucht ist - jedoch statt mit Ehemann Michael Douglas Zeitungen zufolge mit ihrer Mutter anreisen wollte. Mit Clooney zusammen spielt sie im Ehe- und Scheidungs-Krimi "Intolerable Cruelty" (von Joel und Ethan Coen). Im Film, in Venedig außer Konkurrenz, wie viele der besten Streifen, ist sie die hartgesottene Frau, die ihrem gutmütigen Ehemann (Clooney) übel mitspielt.
Nicolas Cage (39) tritt da vergleichsweise geräuschlos auf. Er wohnt im Hotel "Europa & Regina", also schon mal eine ganze Nummer bescheidener als Clooney und Zeta-Jones. Sei einziger Extrawunsch ist es laut Medienberichten, dass in seiner Suite eine Art Mini- Gymnastikraum eingerichtet wird. Ansonsten präsentiert er sich Fotografen und Fans brav im rostfarbenen Hemd und schwarzem Jacket. "Ich glaube, er hat sich die Haare gefärbt", meint ein Fan. Der coole Auftritt steht im krassen Gegensatz zu seiner Rolle in "Matchstick Men" von Ridley Scott ("Blade Runner", "Gladiator") - einer der besten Filme am Lido.
Cage ("Leaving Las Vegas") spielt darin einen raffinierten Betrüger in Kalifornien, der reichen Leuten das Geld aus der Tasche zieht, aber nebenbei ein Problem hat: Der kleinste Fleck auf dem Teppich raubt ihm den Atem, selbst die dünnste Staubschicht bringt ihn um den Verstand, und wenn seine Psychopharmaka ausgehen, gerät er in Panik. Der Mann leidet unter einer schweren Reinlichkeits-Neurose, lebt allein in seiner sterilen Villa, und erst als seine vermeintliche Tochter aus einer kaputten Ehe auftaucht, findet der Neurotiker Schritt für Schritt zurück ins Leben - bis sich das Kind als noch viel raffinierterer Betrüger herausstellt.
Das Ganze wird leicht und unaufdringlich erzählt, ironisch in Szene gesetzt, musikalisch mit Frank-Sinatra-Songs unterlegt - und wundervoll gespielt, auch von Sam Rockwell und Alison Lohman. Das ist ein Film, der Kinos füllt, und dabei nicht einmal eine Botschaft braucht: Es ist ganz simpel die Geschichte eines einsamen Mannes, der zurück in die Wirklichkeit findet.
Eine Überraschung am Lido gelingt Michael Schorr (38) mit seinem ersten Spielfilm "Schultze get the blues", der in der Nebenreihe "Controcorrente" läuft. Der schwergewichtige Schultze (Horst Krause) lebt in einen Dorf an der Saale, und muss in Vorruhestand. Doch statt sich dem Schicksal zu ergeben, beginnt er seinem alten Akkordeon ganz neue Töne zu entlocken, nämlich die feurigen Klänge amerikanischer Südstaaten-Songs. Und statt weiter brav in Altenheimen in der Heimat aufzuspielen, geht es auf große Reise nach Louisana. Im Film spielen auch Laien, streckenweise ist er gedreht wie ein Dokumentarfilm. "Halb Realität, halb Fiktion", lobt ein italienischer Kritiker, "weit entfernt vom mitunter zynischen deutschen Stil".
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






