London: Glamouröse Weltpremiere des neuen Bond
zuletzt aktualisiert: 14.11.2006 - 19:56London (RPO). Die schönsten und mächtigten Frauen des Globus scherten sich bei der glamourösen Weltpremiere von "Casino Royale" um Bond-Darsteller Daniel Craig. Während die Queen dem blonden Briten brav die Hand schüttelte, machte Millionenerbin Paris Hilton 007 schöne Augen und heizte die Gerüchteküche richtig an: Wird die verwöhnte US-Schönheit das neue Bondgirl?
Paris Hilton war der Stargast der Londoner Premiere von "Casino Royal". Die Jet-Set-Prinzessin stellte mit ihrem atemberaubenden Auftritt sogar die tatsächliche Bond-Gespielin Eva Green in den Schatten. Neben den beiden Beautys buhlte auch die Popband Sugababes um die Gunst des begehrtesten Junggesellen des Abends: James Bond-Darsteller Daniel Craig.
Daniel Craig hat beste Chancen, als neuer James Bond seine Kritiker Lügen zu strafen: Bei der Weltpremiere von "Casino Royale" am Dienstagabend in London sind die Schmährufe, die die Berichte über die Dreharbeiten begleiteten, bedeutend leiser geworden. Von einigen Filmfachleuten wurde der 38-jährige Schauspieler bereits als bester Bond seit Sean Connery gepriesen, der in "Dr. No" 1962 erstmals den Geheimagenten 007 verkörperte.
In strömendem Regen harrten Fans vor der Premiere am Leicester Square am Abend aus, um einen Blick auf den insgesamt sechsten Bond-Darsteller zu erhaschen. Ganz oben auf der Gästeliste stand Königin Elizabeth II., erwartet wurden außerdem Stars wie Elton John und Beyonce Knowles. In Deutschland können sich Kinobesucher ab kommender Woche selbst ein Bild machen, zur Premiere am 21. November hat sich auch Craig angesagt.
Craigs Debüt gibt der Bond-Serie, von der viele glaubten, sie habe ihre besten Zeiten hinter sich, das gewisse Prickeln zurück. "Mit 'Casino Royale' haben wir nicht nur einen neuen Bond, wir haben auch eine neue Herangehensweise an das Genre", sagt James Chapman, Autor eines Buchs über die Kulturgeschichte der Filmreihe. "Der Film ist revisionistisch. Er geht auf die Wurzeln der Figur Bonds zurück."
Diese Einschätzung stellt eine bemerkenswerte Kehrtwende dar. Als im vergangenen Jahr bekannt gegeben wurde, dass Craig der sechste Bond-Darsteller sein würde, hagelte es Kritik von Seiten vieler Fans. Er sei zu blond, zu schroff, zu unscheinbar, um den gewandten Topspion Ihrer Majestät spielen zu können, hieß es. Auf der Anti-Craig-Website danielcraigisnotbond.com wurde gar zu einem Boykott des Films aufgerufen. Befürworter Craigs schlugen mit einer eigenen Seite zurück: danielcraigisbond.com.
Schon 1967 gab es eine Kino-Parodie von "Casino Royale" mit Peter Sellers in der Hauptrolle, diese Produktion zählt nicht als offizieller James-Bond-Film. Das 21. Abenteuer des Agenten 007 ist nun eines der wenigen, in dem der Tüftler Q oder die scharfsinnige Sekretärin Miss Moneypenny nicht auftauchen.
Nach Aussage der Produzenten präsentiert der Film einen kantigeren, raueren und direkteren Bond. Auf die Frage, ob er seinen Martini geschüttelt oder gerührt bevorzugt, antwortet er: "Sehe ich so aus, als scherte ich mich darum?"
Nach den Vorabkritiken zu urteilen, können viele frühere Skeptiker dem neuen Bond etwas abgewinnen. Die Kritikerin der Londoner "Times" äußerte sich sehr angetan von Craigs Sexappeal. Und Peter Bradshaw vom "Guardian" pries Craigs "mühelose Präsenz und tödliche Gefahr". Der 38-Jährige sei "ein fantastischer Bond, und all diese Meckerer und Neinsager da draußen in der Blogosphäre sollten sich schämen", schrieb er.
Für den nächsten Bond-Film hat Craig den Vertrag bereits unterschrieben. Er soll im November 2008 in die Kinos kommen. Die Serie hat bislang weltweit rund vier Milliarden Dollar (3,1 Milliarden Euro) eingespielt.
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