Festspiele in Cannes: Goldene Palme für "The Wind that shakes the Barley"
zuletzt aktualisiert: 28.05.2006 - 21:31Cannes (rpo). Der Film "The Wind that shakes the Barley" vom britischen Regisseur Ken Loach hat die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes erhalten. Die Entscheidung der Jury fiel einstimmig. Im Wettbewerb standen 20 Filme, ein deutscher Beitrag war nicht darunter. Zu den großen Gewinnern zählt zudem der Film "Volver" des Spaniers Pedro Almodovar.
Der US-Historienfilm "Marie-Antoinette" von Sofia Coppola ging leer aus, ebenso der jüngste Film von Kultregisseur Aki Kaurismäki, "Lights in the Dusk", sowie Nanni Morettis Berlusconi-Film "Il Caimano".
"The Wind that Shakes the Barley" spielt in den 20er Jahren im vom Bürgerkrieg zerrissenen Irland. Die Entscheidung der neunköpfigen Jury, den Streifen mit der Goldenen Palme auszuzeichnen, sei einstimmig gefallen, sagte Jury-Präsident Wong Kar-wai. Loach sagte, sein Film solle den Briten einen Schritt weit helfen, ihrer "imperialistischen Vergangenheit" ins Gesicht zu sehen. "Wenn wir wagen die Wahrheit über die Vergangenheit zu sagen, werden wir vielleicht auch wagen, die Wahrheit über die Gegenwart zu sagen."
Der Grand Prix der Jury, der als zweiter Preis des Festivals gilt, ging an den französischen Film "Flandres" von Bruno Dumont. Im vergangenen Jahr hatten die Belgier Luc und Jean-Pierre Dardenne mit "L'enfant" ihre zweite Goldene Palme geholt. Die spanische Schauspielerin Penélope Cruz und die anderen "Volver"-Darstellerinnen teilten sich den Preis als beste Schaupielerin, Almodóvar erhielt zudem den Preis für das beste Drehbuch. Die Britin Andrea Arnold bekam für ihren ersten abendfüllenden Film "Red Road" den Jury-Preis.
Der Mexikaner Alejandro González Iñárritu, der als einer der Favoriten auf die Goldene Palme gegolten hatte, erhielt für "Babel" mit Brad Pitt und Cate Blanchett den Regiepreis. Die aus dem Maghreb stammenden Schauspieler Jamel Debbouze, Samy Nacéri und die anderen männlichen Darsteller in "Indigènes" von Rachid Bouchareb (Algerien) teilten sich den Preis als bester Schauspieler. Der Film erzählt die Geschichte nordafrikanischer Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg für die Befreiuung Frankreichs kämpften und weit gehend in Vergessenheit gerieten. Die Darsteller wurden mit besonders langem Applaus geehrt.
Um die Preise des Hauptwettbewerbes hatten 20 Beiträge konkurriert, darunter diesmal kein deutscher Streifen. Die deutschen Schauspieler Daniel Brühl und Diane Kruger zählten mit "Desperate Housewives"-Star Eva Longoria, Emmanuelle Béart und Jean Rochefort zu den Stargästen, die im Festival-Palast die Preise überreichten. Im Publikum wurde unter anderem Claudia Schiffer gesichtet.
Die wichtigsten Auszeichnungen im Überblick:
Goldene Palme: "The Wind that Shakes the Barley" von Ken Loach (Großbritannien)
Grand Prix der Jury: "Flandres" von Bruno Dumont (Frankreich)
Preis der Jury: "Red Road" von Andrea Arnold (Großbritannien)
Beste Schauspielerin: Penélope Cruz, Carmen Maura und die anderen weiblichen Darstellerinnen in "Volver" von Pedro Almodóvar (Spanien)
Bester Schauspieler: Jamel Debbouze, Samy Nacéri und die anderen männlichen Darsteller in "Indigènes" von Rachid Bouchareb (Algerien)
Beste Regie: "Babel" von Alejandro González Iñárritu (Mexiko/USA)
Bestes Drehbuch: "Volver" von Pedro Almodóvar (Spanien)
Goldene Kamera für den besten Erstlingsfilm: "12H08 à l'est de Bucarest" von Corneliu Porumboiu (Rumänien)
Grand Prix der Internationalen Filmkritik: "Amitiés maléfiques" von Emmanuel Bourdieu (Frankreich)
Preis der Ökumenischen Jury: "Babel" von Alejandro González Iñárritu (Mexiko/USA)
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