Insgesamt sechs Auszeichnungen: "Good Bye, Lenin" gewinnt Euro-Oscar
zuletzt aktualisiert: 06.12.2003 - 21:30Berlin (rpo). "Good Bye, Lenin!" war bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises der große Abräumer. Erstmals wurde eine deutsche Produktion als bester europäischer Film ausgezeichnet. Insgesamt heimste das Werk sechs Preise ein.
Damit setzte sich der Kassenschlager der deutschen Kinos gegen die nominierten Mitbewerber "Dogville", "Swimming Pool", "In this world", "My life without me" von Isabel Coixet und "Dirty pretty things" durch.
Insgesamt gingen drei Hauptpreise und drei Publikumspreise an "Good Bye, Lenin!" Hauptdarsteller Daniel Brühl erhielt den Preis als Europäischer Schauspieler 2003 und Bernd Lichtenberg den Europäischen Drehbuchpreis 2003. Kinobesucher in Europa vergaben ihre Publikumspreise an Regisseur Wolfgang Becker und die Hauptdarsteller Daniel Brühl und Katrin Saß.
Der Europäische Filmpreis für den besten Regisseur ging an Lars von Trier für "Dogville". Europäische Schauspielerin 2003 wurde Charlotte Rampling für ihre Rolle in "Swimming Pool". Höhepunkt des Abends war die Ehrung des französischen Meisterregisseurs Claude Chabrol für sein Lebenswerk.
Den Europäischen Kamerapreis 2003 erhielt Anthony Dod Mantle für "28 Days Later" und "Dogville". Für den besten europäischen Beitrag zum Weltkino wurde der langjährige Kameramann Woody Allens, der Italiener Carlo di Palma, ausgezeichnet. Nach Italien ging auch der Preis der Kritik der Europäischen Filmakademie, Prix Fipresci: "Buongiorno, Notte" von Marco Bellocchio. Den Prix Fassbinder für die Entdeckung des Jahres vergab die Akademie an den russischen Film "Vozvraschenie" (Die Rückkehr") von Andrej Zwyagintsew.
Als besten Dokumentarfilm ehrte die Akademie die französische Produktion "S21, La Machine De Mort Khmere Rouge" (Die Todesmaschine der Roten Khmer) von Rithy Panh mit dem Prix Arte. Als bester Kurzfilm wurde der slowenische Beitrag "(A) Torzzija" von Stefan Arsenijevic mit dem Prix UIP ausgezeichnet. Der Prix Screen International für den besten nicht-europäischen Film ging nach Kanada für "Les Invasions Barbares" von Denys Arcand.
Moderiert wurde die Preis-Gala vom Schauspieler Heino Ferch. Eine einstündige Aufzeichnung der Verleihung wird am Sonntag bei Arte ausgestrahlt.
Der Europäische Filmpreis wird seit 1988 verliehen. Im letzten Jahr wurde in Rom "Sprich mit ihr" von Pedro Almodóvar zum besten europäischen Film gekürt, im Jahr 2001 war es "Die fabelhafte Welt der Amélie" von Jean-Pierre Jeunet und 2000 "Dancer in the dark" von Lars von Trier.
Noch Chancen auf Oscar
"Good Bye, Lenin!" war mit fünf Nominierungen als großer Favorit in das Rennen gegangen. In den Kategorien bester Regisseur und beste Schauspielerin klappte es nicht. Als beste Schauspielerin war auch Katja Riemann für ihre Rolle in "Rosenstraße" nominiert.
Auf "Good Bye, Lenin!" ist in diesem Jahr bereits ein wahrer Preisregen niedergegangen. Krönung könnte am 27. Januar 2004 eine Oscar-Nominierung als bester ausländischer Film sein. Wenn die Amerikaner sich ihn ins Oscar-Rennen schicken, könnte bei der Verleihung am 29. Februar 2004 in Los Angeles zum zweiten Mal in Folge ein deutscher Film den Oscar erringen. In diesem Jahr hatte ihn "Nirgendwo in Afrika" von Regisseurin Caroline Link gewonnen.
"Good Bye, Lenin!" hatte beim Deutschen Filmpreis 2003 im Juni in Berlin richtig abgeräumt und neun Lolas kassiert, darunter in der Kategorie bester Film. Bei der Berlinale wurde die Kinokomödie mit dem Preis "Der Blaue Engel" für den besten europäischen Film ausgezeichnet. Bernd Lichtenberg und Wolfgang Becker erhielten den Deutschen Drehbuchpreis 2002. Vor einer Woche nahmen die Schauspieler Daniel Brühl, Katrin Saß und Florian Lukas jeweils einen Bambi des Burda-Verlags entgegen.
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