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Ergrauter Indiana Jones
Mit 75 Jahren dreht Harrison Ford auf

Harrison Ford wird 75: Im Oktober 2017 kehrt er als Blade Runner zurück
Hollywoodstar Harrison Ford hat bereits eine lange und erfolgreiche Karriere hinter sich. In den Ruhestand geht der 75-Jährige jedoch noch lange nicht. FOTO: dpa, hjb sab
Los Angeles. Vom reifen Han Solo zum ergrauten Indiana Jones: Harrison Ford wird am Donnerstag 75 Jahre alt. Selbst Bruchlandungen und Beinbrüche steckte der Hollywood-Star weg. Im Oktober kehrt er als Blade Runner zurück.

Gute Gene? Heimliche Hilfsmittel? Gesunder Lifestyle? Oder seine 22 Jahre jüngere Frau Calista Flockhart? Was immer Harrison Ford als Anti-Aging-Strategie für sich entdeckt hat, es funktioniert. Der Schauspieler, der am Donnerstag 75 Jahre alt wird, jagt mit Lederjacke, Peitsche und Hut bereits dem nächsten Abenteuer nach. Anfang Juli 2020 soll Ford als "Indiana Jones" im fünften Teil der Abenteuer-Saga in die Kinos kommen. 

Vielleicht ist es nicht sein letzter Auftritt in der ikonischen Rolle als Archäologie-Professor Henry Walton Jones. Regisseur Steven Spielberg versprach den Fans im vorigen Jahr ein Happy End für "Indiana Jones 5". "Ich werde Harrison am Ende nicht sterben lassen", versicherte Spielberg. Seit 1981 spielte Ford viermal den draufgängerischen Leinwandhelden, zuletzt 2008 in "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" - da war er auch schon 65 Jahre alt.

Alter und neuer Frauenschwarm 

Der ergraute Star findet es auch "wirklich cool", bei der Fortsetzung des düsteren Science-Fiction-Films "Blade Runner" (1982) an Bord zu sein. Im Mai stellte Ford zusammen mit Ryan Gosling den offiziellen Trailer für "Blade Runner 2049" für den Kinostart im Oktober vor. Ford kehrt in seiner legendären Rolle als Ex-Polizist Rick Deckard in einer apokalyptischen Welt zurück.

Der Star ist einfach nicht zu bremsen. Als gestandener Haudegen Han Solo brauste er 2015 in "Star Wars: Das Erwachen der Macht" mit Lichtgeschwindigkeit durch den Weltraum. Von einem Fußbruch am Set bei den Dreharbeiten in London - eine hydraulische Tür des "Star Wars"-Raumschiffs "Millennium Falcon" war schuld an dem Unfall - erholte er sich schnell.

Superstar: Harrison Ford überlebt Flugzeugabsturz FOTO: ap

Auch eine Bruchlandung mit seinem einmotorigen Oldtimer-Flieger auf einem Golfplatz in Südkalifornien ging 2015 glimpflich aus. Die Bruch- und Schnittwunden kurierte der passionierte Hobby-Pilot schnell wieder aus. Sein ältester Sohn, Ben Ford, gab damals beim Besuch im Krankenhaus schnell Entwarnung: "Angeschlagen, aber ok!", twitterte der Sohn. "Er ist genau der Mann, wie man ihn sich vorstellt". Sein Vater sei "unglaublich stark".

Und Humor hat er auch, wenn doch etwas schief geht. "Ich bin der Trottel, der auf dem Taxiway gelandet ist", sagte Ford im Februar nach einer Lande-Panne in Kalifornien, als ihn die Fluglotsen im Funkverkehr zur Rede stellten. Der "Indiana Jones"-Star war nicht auf der ihm zugewiesenen Landebahn, sondern auf einem Rollfeld gelandet, wo eine Passagiermaschine rangierte. Niemand wurde verletzt, und auch Sachschaden gab es keinen.

Vom Tischler zum Hollywoodstar

In Hollywood war der Mann mit der auffälligen Narbe am Kinn - sie stammt von einem Autounfall in den 1960er Jahren - ein Spätzünder. Mit 30 jobbte er noch als Tischler. Die Gagen für kleine Nebenrollen und TV-Gastauftritte reichten nicht, um seine Frau und zwei Kinder zu ernähren. Der damals unbekannte George Lucas heuerte den Zimmermann für seinen Low-Budget-Film "American Graffiti" an. Ford ist schon 35, als ihm Lucas die Rolle des Schmugglers Han Solo in "Star Wars" gibt. Der Rest ist Geschichte.

Fotos: Die Stars bei der Premiere des neuen "Star Wars"-Films in London FOTO: ap

Die Weltraumsaga und "Indiana Jones" machten ihn zum Blockbuster-Star, doch Ford kann auch anders. Seine Polizisten- Rolle in dem Verbrecherdrama "Der einzige Zeuge" (1985) brachte ihm eine Oscar-Nominierung ein. Regisseur Peter Weir engagierte ihn auch für die Verfilmung des Paul-Theroux-Romans "The Mosquito Coast" (1986), in dem sich Ford vom Menschenfreund zum fanatischen Despoten wandelt.

Roman Polanski stellte ihn 1988 in den Mittelpunkt seines düsteren Psychothrillers "Frantic". In "Die Waffen der Frauen" bewies Ford sein komödiantisches Talent. Der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen machte ihn in dem Actionfilm "Air Force One" zum fiktionalen US-Präsidenten.

Turbulentes Privatleben

Das Privatleben hält der vierfache Vater fest unter Verschluss. Schlagzeilen machten allerdings seine extrem teure Scheidung von Ehefrau Nummer zwei, der Drehbuchautorin Melissa Mathison, und die Liaison mit der 22 Jahre jüngeren Schauspielerin Calista Flockhart ("Ally McBeal"), die er 2002 bei der Golden-Globe-Gala kennenlernte. Acht Jahre später heiratete das Paar.

"Harrison und ich lachen viel zusammen, und Humor bedeutet mir alles", erzählte Flockhart im Juni der US-Zeitschrift "Closer Weekly". Vielleicht ist das Fords Geheimrezept gegen das Altern.

(dpa)
 
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