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Regisseur von "Kir Royal"
Helmut Dietl mit 70 Jahren gestorben

Helmut Dietl: Regisseur von "Kir Royal" mit 70 Jahren gestorben
FOTO: dpa, bsc sab
München. Der Regisseur und Filmemacher Helmut Dietl ist tot. Er starb im Alter von 70 Jahren in München, wie engste Familienkreise der Deutschen Presse-Agentur bestätigten.

Dietl feierte große Erfolge mit Fernsehserien wie "Monaco Franze" oder "Kir Royal" und Kinofilmen wie "Schtonk" oder "Rossini". Nach Informationen von "Zeit Online" starb er am Montagmittag im Kreis seiner Familie in seiner Münchner Wohnung. Dietl hatte im Oktober 2013 die Diagnose Lungenkrebs erhalten. Seine Ärzte räumten ihm damals "im günstigsten Fall" eine Heilungschance von zehn Prozent ein. Ob dies auch die Todesursache ist, ist noch unbekannt.

Dietl, der in vierter Ehe mit der Journalistin Tamara Duve verheiratet war, wurde bekannt mit Filmen wie der Satire "Schtonk" um den Skandal der gefälschten Hitler-Tagebücher oder die TV-Serie "Monaco Franze" mit Helmut Fischer. Mit Duve hat er eine elfjährige Tochter, aus früheren Beziehungen zwei weitere Kinder. Aus einer früheren Beziehung stammt sein Sohn David, der als Regisseur in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist.

Dietls berühmte Serienhelden:

TSCHARLIE: Mit Karl "Tscharlie" Häusler fing alles an. Rund um den lebenslustigen Lebenskünstler hat Dietl die "Münchner Geschichten" gesponnen. Tscharlie gibt nicht viel auf geordnete Verhältnisse, sehr zum Kummer seiner Freundin (Michaela May). Den Kopf voller Ideale und Träumereien jagt er lieber einer Geschäftsidee nach der anderen nach. Ein Münchner "Strizzi" auf der Flucht vor seiner kleinbürgerlichen Herkunft. Den Widrigkeiten des Alltags begegnet er gelassen: "Ois Chicago!".

MAXIMILIAN GLANZ: Er ist der Held aus der Serie "Der ganz normale Wahnsinn". Towje Kleiner spielt den erfolglosen Schreiberling, der sich ständig in den Fallstricken des Alltags verheddert. Nicht gerade einfacher wird sein Leben durch die schöne Gloria (Monika Schwarz).

MONACO FRANZE: Er ist der Inbegriff des Münchner Dandys: der ewige Stenz, brillant verkörpert von Helmut Fischer. Ein Schönling, mal elegant, mal halbseiden, mit Hang zu Selbstmitleid und einer Schwäche für hübsche Frauen. Seiner leidgeprüften Gattin Annette (Ruth Maria Kubitschek) schenkt er nach derlei Eskapaden einen treuherzigen Dackelblick: "Spatzl, schau wia i schau!".

BABY SCHIMMERLOS: Franz Xaver Kroetz spielt den Klatschreporter, der seinen Tag gerne mit einem Champagner-Frühstück im Bett beginnt. Rastlos und unverfroren, ist ihm jedes Mittel recht, um an eine gute Story zu kommen. Auch die Promis umwerben ihn. Ihr Ziel: Ein Bild und eine Erwähnung in Babys Klatschkolumne, denn "wer reinkommt, ist drin". Bitterböse nimmt Dietl die Schönen und Reichen mit ihrer maßlosen Geltungssucht aufs Korn. Für Schimmerlos hatte er ein reales Vorbild: den Klatschkolumnisten Michael Graeter.

HERBIE: Als rasender Reporter hat Herbie (Dieter Hildebrandt) die Kamera stets im Anschlag. Mit Schimmerlos schlägt er sich die Nächte in Bars, Edelrestaurants und Nobeldiscos um die Ohren in der Hoffnung, einen handfesten Skandal vor die Linse zu bekommen. Dafür schreckt er auch vor unsauberen Methoden nicht zurück. Auch bei den Damen schmeichelt er sich ein, indem er ihnen einen Platz in Babys Kolumne verspricht ganz nach dem Motto: "Mehr Schein, als Sein".

Die wichtigsten Werke:

- "Münchner Geschichten" (1974): Zeigt den Alltag des Münchners Karl Häusler ("Tscharlie"). Mit Ruth Drexel und Towje Kleiner.

- "Monaco Franze - Der ewige Stenz" (1983): Über die Münchner Schickeria und den Lebemann Franz Münchinger und seine Frau "Spatzl". Mit Helmut Fischer, Ruth-Maria Kubitschek und Christine Kaufmann.

- "Kir Royal" (1986): Dreht sich um den Klatsch-Reporter Baby Schimmerlos. Mit Franz-Xaver Kroetz und Senta Berger.

- "Schtonk!" (1992): Satire über die gefälschten Hitler-Tagebücher. Mit Götz George, Uwe Ochsenknecht und Veronica Ferres.

- "Rossini, oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief" (1997): Komödie über die Münchner Medienszene. Mit Götz George, Heiner Lauterbach, Veronica Ferres und Gudrun Landgrebe.

- "Late Show" (1999): Komödie über einen Fernseh-Chef im Quotentief. Mit Thomas Gottschalk, Harald Schmidt und Veronica Ferres.

- "Vom Suchen und Finden der Liebe" (2005): Liebeskomödie, angelehnt an den Orpheus-und-Eurydike-Mythos. Mit Moritz Bleibtreu, Alexandra Maria Lara und Uwe Ochsenknecht.

- "Zettl" (2012): Komödie um den Chefredakteur eines Berliner Klatschmagazins. Mit Michael "Bully" Herbig und Dieter Hildebrandt.

(AFP)
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