Oscar-Preisträger: Hollywood-Autor Budd Schulberg gestorben
zuletzt aktualisiert: 06.08.2009 - 11:18New York (RPO). Der amerikanische Schriftsteller und Drehbuchautor Budd Schulberg, der mit dem Drama "Die Faust im Nacken" berühmt wurde, ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 95 Jahren in seinem Haus in Westhampton Beach im Staat New York, wie seine Frau Betsy mitteilte.
Schulberg feierte seinen Durchbruch mit dem Oscar gekrönten Drehbuch zu "Die Faust im Nacken" (On the Waterfront) mit Marlon Brando. Auch die Romanvorlage der von Elia Kazan verfilmten Geschichte über Korruption in den Docks stammte von ihm. Der in New Jersey gedrehte Film aus dem Jahr 1954 heimste insgesamt acht Oscars ein.
Brando spielte in dem Film die Rolle des Dockarbeiters Terry Malloy, der ebenso wie seine Kollegen gezwungen wird, Mitglied einer korrupten Gewerkschaft zu werden. Wer sich gegen deren üble Methoden wehrt, wird rücksichtslos ermordet. Brandos Aussage: "Ich hätte was werden können, zumindest ein klasse Boxer. Und was bin ich geworden? Ein gemeiner Lump" gehört zu berühmtesten Filmzitaten aller Zeiten.
Roman "Was treibt Sammy an?" Vorlage für viele Satiren
Der als Sohn eines Studio-Chefs in New York geborene Schulberg wuchs in Hollywood auf und sammelte dort Eindrücke für seinen Roman über die Filmfabrik aus dem Jahr 1941. "Was treibt Sammy an?" (What Makes Sammy Run?) wurde zur Vorlage zahlloser Hollywood-Satiren. Der Roman wurde auch für das Fernsehen verfilmt und als Musical am Broadway aufgeführt.
Schulbergs spätere Werke erreichten zwar nie den Ruhm von "Die Faust im Nacken", doch Schulberg produzierte noch eine ganze Reihe von Romanen, Fernsehspielen und Drehbüchern, darunter das zu Kazans Film "Ein Gesicht in der Menge" (A Face in the Crowd) aus dem Jahr 1957.
Zu den bekannten Werken zählt auch "Schmutziger Lorbeer" (The Harder They Fall) über den Boxsport. Die Kinoversion davon war Humphrey Bogarts letzter Film. 1951 wurde Schulberg wegen früherer kommunistischer Aktivitäten vor das Komitee für unamerikanische Umtriebe geladen. Dort nannte er auch die Namen von Kollegen.
Schulberg war auch in hohem Alter weiter aktiv und arbeitete noch im vergangenen Jahr an einer Bühnenfassung von "Die Faust im Nacken" mit. Zu seinen Bewunderern gehört unter anderem Erfolgsregisseur Spike Lee, der Schulberg 2000 die Satire "It's Showtime" (Bamboozled) widmete und gemeinsam mit ihm an einem Film über den Boxer Joe Louis arbeitete.
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