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Konflikt um höhere Leihmieten für kommenden Sommerhit: "Hulk" nur in wenigen Kinos zu sehen

zuletzt aktualisiert: 02.07.2003 - 13:59

Frankfurt/Main (rpo). Eigentlich sollte von Donnerstag an der grüne Riese "Hulk" für das erhoffte Kinospektakel des Sommers 2003 sorgen. Aber zahlreiche Kinobetreiber wollen auf die Premiere verzichten, weil die Verleihfirma UIP eine erhöhte Miete für die Comic-Verfilmung fordert.

Dabei wird die bisherige "Schmerzgrenze" von 50 Prozent überschritten, was Teil eines neuen Leihmietenkonzepts von UIP ist, das in der ohnehin derzeit gebeutelten Branche sofort für große Aufregung und Proteste gesorgt hat. So hat die Interessengemeinschaft 47,7 der mittelständischen Kinobesitzer bereits signalisiert, "Hulk" zu den von UIP geforderten Konditionen nicht zu spielen. 47,7 Prozent war bislang der Höchstsatz, den die Mittelständler für Spitzenfilme entrichten mussten.

Karl-Heinz Meier, Kinobetreiber in Lemförde, argumentiert: "Viele Unternehmen sind stark angeschlagen, haben nach großen Investitionen Probleme mit den Banken." Dem hält Johannes Klingsporn vom in Wiesbaden ansässigen Verleiherverband entgegen: "Die Konditionen bei den Filmmieten sind über Jahrzehnte gleich geblieben, das muss nicht so bleiben." Zu dem aktuellen Konflikt will sich Klingsporn nicht äußern: "Unsere Mitgliedsfirmen sind völlig autark, da mischen wir uns nicht ein".

Eindeutig Stellung nimmt dagegen der Hauptverband der Kinobesitzer (HDF) mit Sitz in Berlin: "Die vorgelegten UIP-Verleihkonditionen spalten die Kinobetreiber."

"Wir wollen Dammbruch verhindern"

Eben das wird beim Deutschlandstart von "Hulk" am 3. Juli der Fall sein: Denn die in Lübeck beheimatete Cinestar-Kette von Kieft & Kieft wird den Film in rund 80 Kopien in seinen Häusern zeigen, nachdem sich das Unternehmen mit UIP geeinigt hat über Konditionen, über die aber beide Seiten nichts Näheres mitteilen wollen.

Die in Hamburg ansässige Cinemaxx-Kette wie auch die Kinopolis-Gruppe wollen dagegen "Hulk" vorerst nicht bringen. Allerdings laufen Verhandlungen mit UIP, die einen späteren Einsatz des US-Hits doch noch ermöglichen können.

Übereinstimmung bei allen Beteiligten herrscht allerdings darin, dass höhere Eintrittspreise unbedingt vermieden werden sollen. In den Cinestar-Kinos werden folglich die Besucher bei ihrer Begegnung mit dem grünen Riesen von dem Konflikt hinter den Kulissen nicht beeinträchtigt werden. Für Cinemaxx-Sprecher Arne Schmidt geht es bei all dem jedoch um mehr als nur um die Schonung der Kinobesucher-Geldbörsen: "Wir wollen einen Dammbruch in unserer Branche verhindern."


 
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