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Heike Makatsch macht die Knef: "Ich muss meine eigene Hilde finden"

zuletzt aktualisiert: 19.06.2008 - 09:19

Berlin (RPO). Vom Viva-Girl zur Charakterdarstellerin - Heike Makatsch hat es geschafft, sich als Schauspielerin zu profilieren. Nach Margarete Steiff steht jetzt die nächste große deutsche Persönlichkeit an: die legendäre Hildegard Knef. Am Dienstag beginnen in Magdeburg die Dreharbeiten zum neuen Film über das Leben der 2002 gestorbenen Schauspielerin und Chansonsängerin. 

Mit ihren großen Augen und der blonden Pony-Frisur könnte Heike Makatsch glatt als Enkelin von Hildegard Knef durchgehen. Mit grünen Kontaktlinsen und einem leichten Berliner Dialekt verwandelt sich die 36-Jährige jetzt ganz in Deutschlands letzte große Diva.

Die Rolle sei eine große Herausforderung, sagte Makatsch am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Berlin. "Ich fühle mich aber ganz gut gewappnet." Zur Vorbereitung habe sie sich viele Filme der Knef angesehen, erzählte die 36-Jährige. Genähert habe sie sich der Diva aber vor allem über ihre Musik: "Ihre Musik, ihr Gesang und ihre Texte haben mich in ihr Herz blicken lassen", erklärte Makatsch, die im Film Knefs größte Erfolge selbst singen wird. "Von da aus konnte ich sie immer besser verstehen."

Um die Knef überzeugend darstellen zu können, hat Makatsch ein Jahr lang Gesangsunterricht genommen. "Eine Stimme wie Hilde habe ich leider nicht", stellte die 36-Jährige fest. Ihre Stimme sei aber zumindest schön tief. Aufgenommen hat sie die Chansons mit der WDR Big Band. "Ich glaube, dass das ganz adäquat geworden ist", sagte Makatsch, die ihre Karriere als Viva-Moderatorin begann.

"Ich muss meine eigene Hilde finden"

Angst vor zu großen Erwartungen hat die Schauspielerin nicht. "Es gibt sehr, sehr viele Menschen, die Hildegard Knef lieben oder eine Meinung über sie haben", erklärte Makatsch, die zuletzt in der Rolle von Teddy-Erfinderin Margarethe Steiff zu sehen war. "Man kann es nicht allen recht machen. Ich muss meine eigene Hilde finden."

Makatsch selbst hat die Filmlegende erst Anfang der 90er Jahre entdeckt, als die Knef ihren großen Erfolg "Für mich soll's rote Rosen regnen" mit der Rockband Extrabreit neu aufnahm. "Meine Eltern haben immer nur Bob Dylan gehört", erzählte Makatsch. "Wir hatten gar keine Hildegard-Knef-Platte zu Hause."

Zur Besetzung gehören außerdem Monica Bleibtreu, Michael Gwisdek und Hanns Zischler. Regie führt Kai Wessel ("Die Flucht"). Gedreht wird zum Teil an Originalschauplätzen in Berlin sowie in Magdeburg, Nordrhein-Westfalen und Südafrika. "Wir haben Berlin in Magdeburg und Hagen gefunden, und Hollywood in Südafrika", erklärte Produzentin Judy Tossell.

Witwer vom Drehbuch begeistert

Das Drehbuch hat die schwedische Autorin Maria von Heland auf der Grundlage von Knefs Autobiografie "Der geschenkte Gaul" geschrieben. Es erzählt von den Höhen und Tiefen im Leben der 2002 gestorbenen Schauspielerin, die 1946 an der Seite von Wolfgang Staudte in "Die Mörder sind unter uns" berühmt wurde und auch als Chansonsängerin und am Broadway Erfolge feierte. "Ich bin sehr glücklich mit dem Drehbuch", sagte Knefs Witwer, Paul von Schell. Er habe sich stundenlang mit der Autorin über seine Frau unterhalten.

Das Filmprojekt habe ihn nicht überrascht: "Ich wusste immer, eines Tages wird es passieren", sagte Schell. Er sei aber überzeugt, dass Wessel einen guten und gleichzeitig auch fairen Film über seine Frau machen werde. Paul von Schell war 25 Jahre mit Hildegard Knef verheiratet. Der Film soll im Frühjahr 2009 in die Kinos kommen.

Von Viva zum Filmpreis 

Wer hätte gedacht, dass das quirlige Viva-Girl aus Düsseldorf mit Sendungen wie "Heikes Hausbesuche" später zur preisgekrönten Schauspielerin aufsteigen würde. Nach einem abgebrochenen Studium und einer Schneiderlehre moderierte sie zwei Jahre lang Bravo-TV feierte sie in Detlev Bucks "Männerpension" ihr Kinofilm-Debüt und wurde dafür prompt mit dem Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchs-Darstellerin ausgezeichnet.

Es folgten zahlreiche Kino- und Fernsehfilme, darunter "Aimée und Jaguar" und "Das Wunder von Lengede". 2005 überzeugte sie als Darstellerin der Gründerin der Steiff-Spielwarenfabrik. Acht Jahre lang war sie mit "James Bond"-Darsteller Daniel Craig zusammen, nun ist sie mit "Tomte"-Musiker Max Schröder liiert, mit dem sie auch eine Tochter hat.

Quelle: ap

 
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