Mit "J. Edgar" erzählt Regie-Altmeister Clint Eastwood das Leben von J. Edgar Hoover, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts die US-Bundespolizei FBI gründete. Der von Leonardo Di Caprio gespielte Hoover bestimmte 48 Jahre lang die Politik der USA maßgeblich mit - und ist zugleich eine der umstrittensten Figuren der US-Geschichte. Wir haben Bilder aus dem Film.
Der junge Bundesbeamte J. Edgar Hoover (Leonardo Di Caprio) ist ehrgeizig - er strebt in Machtpositionen.
Mit 29 wird Hoover im Jahr 1924 Chef der amerikanischen Bundespolizei. Er lässt seine neuen Untergebenen erst einmal im Spalier antreten - und formt den Bürokratenapparat zur mächtigsten Polizeiorganisation um.
48 Jahre, bis zu seinem Tod, bleibt Hoover Chef des FBI - und übersteht acht amerikanische Präsidenten.
Clint Eastwood erzählt vor allem vom persönlichen Leben des FBI-Bosses, der einst als insgeheim mächtigster Mann der USA galt.
Wie Andersdenkende unter den Machenschaften des bekennenden Kommunistenhassers zu leiden hatten, wird im Film nicht thematisiert.
Hoover war nie verheiratet. Im Film macht er der attraktiven Helen Gandy (Naomi Watts) einen Heiratsantrag - und als sie ablehnt, stellt er sie kurzerhand als Sekretärin ein.
Gandy bleibt ein Leben lang eine treue Gefährtin.
Hoover lebte bei seiner Mutter, die ihn von Kindesbeinen an zu Höchstleistungen antrieb.
Die britische Charakterschauspielerin Judi Dench spielt Hoovers dominante Mutter.
Gerüchten zufolge war Hoover ein verkappter Homosexueller, der sich aufgrund seines Konservatismus nie zu seiner sexuellen Orientierung bekannte. Sein Assistenzdirektor Clyde Tolson (Armie Hammer) war ein lebenslanger Gefährte Hoovers - mit ihm lebte der FBI-Chef nach dem Tod seiner Mutter auch zusammen in einer Wohnung.
Leonardo Di Caprio spielt Hoover in allen Lebensaltern überzeugend. Nach Martin Scorsese hat der Hollywood-Star nun mit Clint Eastwood einen weiteren Regie-Altmeister im Portfolio.
Bis zu seinem Tod herrschte Hoover als FBI-Chef - am Ende war er ein einsamer, isolierter Mann.
Viele Politiker wollten Hoover loswerden - doch der sammelte akribisch kompromittierende Informationen über die Politik-Elite der USA - und hatte sie damit in seiner Hand.
Clint Eastwoods 35. Regiearbeit läuft nun in den deutschen Kinos.