Neuer Film und neue CD: Jasmin Tabatabai: Comeback nach Babypause
zuletzt aktualisiert: 15.10.2004 - 09:25Stuttgart (rpo). Die Schauspielerin und Musikerin Jasmin Tabatabai meldet sich nach zwei Jahren Babypause zurück. In Stuttgart steht sie gerade wieder vor der Kamera: "Ich habe ganz vergessen, wie sehr ich diesen Beruf liebe", sagte die 37-Jährige der Nachrichtenagentur AP. Im Moment genieße sie es wahnsinnig, Schauspielerin zu sein. Auch ein Hollywood-Film und eine neue CD sind in Planung.
"Das ist wie in einer Beziehung, wenn man sich rarer gemacht hat, wie in meinem Fall durch Platte und Kind, dann weiß man es wieder so richtig zu schätzen", so Tabatabai. Nach Ende der Dreharbeiten nimmt die gebürtige Iranerin ihr nächstes Projekt in Angriff: Sie plant eine zweite Platte. Die Texte will sie zumindest zum Teil wieder selbst schreiben. Genaueres verriet Tabatabai noch nicht. Nur so viel: "Es wird gitarrenlastige und etwas alternativere Popmusik."
Die Künstlerin wird im nächsten Jahr offenbar eine kleine Rolle in einem Hollywood-Film mit einem Budget von 60 Millionen Dollar übernehmen. Auf ihrer offiziellen Homepage wird berichtet, dass es sich dabei um den Spielfilm 'Aeon Flux' handelt. Die Hauptrolle in der Realverfilmung einer beliebten Science-Fiction-Zeichentrickserie hat Oscar-Preisträgerin Charlize Theron, die sich gleich zu Beginn der Dreharbeiten schwer verletzte, woraufhin diese erst mal unterbrochen werden mussten. Geplanter Filmstart ist Herbst 2005. Regisseurin des Spielfilms ist Karyn Kusama, die vor einigen Jahren mit dem Film 'Girlfight' Furore machte.
Zudem steht Tabatabai noch bis zum 9. November in Stuttgart vor der Kamera. In dem Film mit dem Arbeitstitel 'In Orbit' erzählen die Autorinnen Angelina Maccarone und Judith Kaufmann ein politisches Drama und eine komplexe Liebesgeschichte zugleich.
In dem Film spielt Tabatabai die Übersetzerin Fariba, der in ihrem Heimatland Iran die Todesstrafe droht, nachdem ihr Verhältnis mit einer Frau von Sittenwächtern entdeckt wurde. Es gelingt ihr, nach Deutschland zu fliehen. Der Asylantrag wird abgelehnt. Durch den Selbstmord eines iranischen Mitinsassen im Frankfurter Flughafenasyl eröffnet sich ein Ausweg aus ihrer verzweifelten Lage - sie nimmt seine Identität an. Unter der Identität des Toten wird sie mit seiner Aufenthaltsgenehmigung in die schwäbische Provinz umgesiedelt.
Tabatabai hatte vor zwei Jahren zum ersten Mal von diesem Projekt gehört: "Ich habe gleich gedacht, wer soll das sonst spielen" Schließlich sei sie Iranerin und außerdem werde streckenweise auch auf persisch gedreht. Ihre Rolle sei eine klassische Hosenrolle.
Die 37-Jährige beschrieb ihr Verhältnis zum Iran als sehr intensiv und dennoch differenziert. Ihre Schwester lebe noch in ihrer alten Heimat und außerdem habe sie dort noch viel Verwandtschaft. "Als Frau bin ich sehr dankbar, dass ich nicht dort leben muss." Im Iran müssten Frauen einen Schleier tragen. "Der Schleier ist durchaus ein Symbol für die Unterdrückung der Frau." Außerdem komme es im Iran zu schweren Menschenrechtsverletzungen.
Besonders die Zwangsverheiratungen von jungen Mädchen kritisierte Tabatabai scharf, die selber eine fast zweijährige Tochter hat. "Das ist staatlich geregelter Kindesmissbrauch", sagte sie. Sie wurde in Teheran als Tochter eines Iraners und einer Deutschen geboren. Als sie zwölf Jahre alt war, zog ihre Mutter mit ihr in die Nähe von München. Heute lebt Tabatabai mit ihrem Mann und Kind in Berlin.
Den wiedererstarkten Rechtsextremismus bei den vergangenen Landtagswahlen bezeichnete sie als "eine dumme Reaktion in einigen Teilen Deutschlands auf einen gewissen Lebensfrust". Die Vorstellung, man verpasse jemandem damit einen Denkzettel. "Das ist unreif und dumm", sagte die 37-Jährige, die sich vorstellen könnte, auch einmal als Produzentin tätig zu werden.
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