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"Zurück in die Zukunft"
Der Erfinder des DeLorean scheiterte mit seiner Vision

Ein DeLorean wurde zur Legende
Ein DeLorean wurde zur Legende FOTO: AFP
Düsseldorf. In die Idee von John DeLorean investieren? "Steckt das Geld lieber in Wein, Weib und Gesang", riet 1979 der Wall-Street-Analyst David Healy. "Das wird Ihnen auch nicht weniger Profit einbringen, und Sie werden mehr Spaß daran haben." Wären die Anleger seinem Rat gefolgt, wäre die Auto-Welt um einen Exoten ärmer – und die ganze Welt um eine wahre Fabel von Aufstieg und Fall. Von Tobias Jochheim

Am DeLorean war und ist alles real bis auf den Fluxkompensator, der dem Auto in "Zurück in die Zukunft II" Zeitreisen ermöglicht: Die kompromisslose Keilform, die Flügeltüren, der Verzicht auf jede Lackierung zugunsten von blankem, gebürstetem Stahl. All das ist das Produkt eines Automobil-Start-ups - ein Husarenstück, mit dem John Zachary DeLorean beinahe Erfolg gehabt hätte. Der am 6. Januar 1925 in Detroit geborene Sohn von Einwanderern arbeitet sich hoch bis ins Management von General Motors.In fünf Jahren bei deren Marke Pontiac meldet er 200 Patente an, begründet die Modellklasse "Muscle Car", wird Chefingenieur, mit 40 Markenchef, früher als jeder zuvor.

Dabei kultiviert DeLorean sein Image als junger Wilder. Er heiratet eine 20-jährige Schönheit, verteilt Wagen aus dem Firmen-Fuhrpark an Frauen und Filmstars. Mit Vetternwirtschaft und Geheimnisverrat provoziert er 1973 trotz Verkaufserfolgen seinen Rauswurf bei GM, lässt sich diesen aber vergolden und schafft es, sich selbst als am System gescheiterten Rebell zu inszenieren. Neben der Aura und dem Verkaufstalent eines Steve Jobs teilt er aber auch dessen Schwächen, vor allem die Selbstgerechtigkeit.

Der DeLorean 2007 bei einer Show in den USA. FOTO: afp

Der DeLorean "DMC-12" wird aufgrund zahlreicher Mängel zum Flop. Eine Rezession kommt dazu, die Verkäufe brechen ein, das Firmengeflecht zerfällt. DeLorean selbst hatte die Realisierung seiner Vision kaum verfolgt und auch nie Eigenkapital investiert. Das Geld stammte von Anlegern - und dem vom Quasi-Bürgerkrieg erschütterten Nordirland, das den Bau der Fabrik in Belfast mit 120 Millionen Dollar Subventionen unterstützte.

Am 18. Oktober 1982 wird DeLorean verhaftet beim Versuch, sich per Kokain-Deal Geld zu beschaffen. Am 19. März 2005 stirbt er verbittert an einem Herzinfarkt. Seinen Grabstein ziert eine Abbildung seines geflügelten Autos. Die 6500 verbleibenden der nur 9080 gebauten "DeLoreans" gelten heute als Kult.

Quelle: RP
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