Deutschlandpremiere in Köln: John Malkovich und Veronica Ferres präsentieren "Klimt"
zuletzt aktualisiert: 21.05.2006 - 12:54Köln (rpo). Der Film beginnt am Sterbebett des österreichischen Malers Gustav Klimt. Mit dieser Szene startet der chilenische Regisseur Raoúl Ruiz einen Rückblick auf die letzten 18 Lebensjahre des unangepassten Freigeistes und provozierenden Künstlers von 1900 bis 1918. Am Samstagabend feierte "Klimt" in Köln Deutschlandpremiere und eröffnete zugleich den diesjährigen Internationalen Filmkongress der Filmstiftung NRW. Unter den Gästen waren die Hauptdarsteller John Malkovich, Veronica Ferres und Nikolai Kinski.
Der amerikanische Star-Schauspieler Malkovich ("Per Anhalter durch die Galaxis") hatte die Titelrolle übernommen, während Ferres ("Das Superweib") seine Muse Emilie Flöge und Kinski den Malerfreund Egon Schiele spielen. Zu den weiteren Ehrengästen an diesem Abend zählten Regisseur Heinrich Breloer ("Die Manns", "Speer und ich") und Schauspieler Günter Lamprecht ("Berlin Alexanderplatz").
Nach der mit großem Beifall bedachten deutschen Erstaufführung hob Malkovich in einer kurzen Ansprache hervor, dass dieser Film zu Interpretationen einladen solle und keine eindeutigen Antworten über den Menschen Klimt geben wolle. Der ebenfalls erwartete Regisseur Raoúl Ruiz hatte kurzfristig sein Kommen wegen einer Erkrankung absagen müssen.
In den Begrüßungsworten bedankte sich der Geschäftsführer der Filmstiftung NRW, Michael Schmid-Ospach, bei John Malkovich, dass er nicht zu den zeitgleich stattfindenden Filmfestspielen in Cannes gefahren, sondern nach Köln gekommen sei. Die Filmstiftung NRW hatte die rund sieben Millionen Euro teure Produktion, die im letzten Jahr zum Teil auch in NRW gedreht wurde, finanziell unterstützt. Der Großteil des Films entstand aber in Wien, wo Klimt (1862-1918) mit seinen ornamental opulenten und erotisch aufgeladenen Bildern Skandale auslöste.
Eine klassische Film-Biographie ist "Klimt", der am Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft, jedoch nicht. Vielmehr entwickelt sich über Rückblenden und Momentaufnahmen ein Spiel um Wahrheit und Lüge, Kunst und Leben, Phantasie und Realität, Traum und Wirklichkeit. In dem farbenprächtig rekonstruierten Ambiente des Fin de Siècle ist Gustav Klimt als ein rastloser Frauenheld zu erleben, der nur in seiner platonischen Muse und Freundin Emilie Flöge ein festen Dreh- und Angelpunkt besitzt. Wie Veronica Ferres am Samstag betonte, verkörperten Klimt und Flöge eine Liebe jenseits von Neid und Eifersucht.
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