Streit um Filmrechte: Johnny Depp kämpft um Litvinenko-Streifen
zuletzt aktualisiert: 14.01.2007 - 16:31London (RPO). Der Fall des russischen Ex-Spions Alexander Litvinenko Ende am Ende des vergangenen Jahres erschütterte die ganze Welt. Nun streiten zwei US-amerikanische Studios um die Filmrechte. Johnny Depp soll dabei Regie führen.
Columbia und Warner liefern sich Medienberichten zufolge einen Wettlauf um die Verfilmung von Leben und Tod des mit Polonium vergifteten Exagenten. Beide Studios hätten jeweils bereits das Recht an Büchern über den Kreml-Kritiker gekauft, berichtete das Magazin "Variety" am Wochenende.
Warner Bros. geht mit Johnny Depp als Produzent ins Rennen, wie "Variety" am Freitag in seiner Print-Ausgabe meldete. Das Studio habe für Depps Produktionsgesellschaft Infinitum Nihil die Rechte an einem bislang noch nicht erschienenen Buch des "New York Times"-Journalisten Alan Cowell erworben. Depp werde den Film produzieren und vielleicht auch selbst darin mitspielen.
Columbia Pictures plant laut einem Bericht auf der amerikanischen "Variety"-Website einen Spionagethriller unter Regie von Michael Mann. Für 1,5 Millionen Dollar (1,2 Millionen Euro) habe das Studio dazu die Rechte an einem Buch erworben, das Litvinenkos Witwe Marina zusammen mit Alex Goldfarb, einem Freund des Exspions, in einigen Monaten veröffentlichen werde. Warner habe sich auch um die Filmrechte an dem Buch bemüht, sei jedoch von Columbia ausgestochen worden.
Litvinenkos eigenes Buch "Blowing Up Russia: Terror from Within" könnte unterdessen die Grundlage für ein weiteres Filmprojekt werden. Die Braun Entertainment-Gruppe in Beverly Hills teilte am Samstag mit, sie habe sich ein Vorkaufsrecht für die Verfilmung gesichert.
Sie stehe wegen des Projekts im Gespräch mit Litvinenkos Witwe. Das Buch kam 2004 auf den Markt, Litvinenko wurde dabei von dem in Großbritannien lebenden Milliardär und Kreml-Kritiker Boris Beresowski finanziell unterstützt.
Eine aktualisierte Version soll schon in den nächsten Tagen in Großbritannien erscheinen, wie der Verleger Gibson Square bekannt gab. In dem Buch wird unter anderem dem russischen Geheimdienst eine Verwicklung in Bombenanschläge 1999 in Russland vorgeworfen, für die der Kreml tschetschenische Separatisten verantwortlich machte.
Litvinenko, der am 23. November vergangenen Jahres in London starb, machte den russischen Präsidenten Wladimir Putin für seinen Tod verantwortlich. Der Kreml hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
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