Neuer Bully-Film: Jonas Hämmerle spielt Wickie
VON TINA STOCKHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 29.08.2009 - 17:00Düsseldorf (RP). Am 9 September startet der Kinofilm "Wickie und die starken Männer", bei dem die Figuren der Zeichentrickserie mit echten Personen besetzt wurden. Der elfjährige Jonas spielt die Hauptfigur der Truppe aus dem kleinen Dorf Flake.
Berlin. Jonas Hämmerle grinst breit für die Fotografen und entblößt dabei eine mächtige Zahnlücke, die genau dort aufblitzt, wo sonst ein rechter Eckzahn sitzen müsste. "Der Zahn hat schon bei den Dreharbeiten ständig gewackelt", erzählt der Elfjährige bei der Präsentation zum neuen Kinofilm "Wickie und die starken Männer". Jeden Morgen habe Regisseur Michael "Bully" Herbig am Set nervös nachgesehen, ob der Zahn seines Hauptdarstellers denn noch da sei. "Wir hatten Glück, rausgefallen ist der Zahn erst nach den Dreharbeiten."
Ein Wickie mit Zahnlücke – das wäre nur mühsam zu kaschieren gewesen. Der Sechstklässler aus Berlin spielt in Herbigs neuem Kinofilm den blitzgescheiten Wikingerjungen, der gemeinsam mit den Männern aus dem kleinen Dorf Flake wilde Abenteuer besteht und dabei mit seinen schlauen Ideen oft der heimliche Held der Truppe ist.
Gegen 600 andere Kinder hat sich der Elfjährige beim landesweiten Casting für die Rolle durchgesetzt. Regisseur Herbig war sofort begeistert von dem aufgeweckten Jonas. "Er ist mit viel Spielfreude und sehr locker an die Sache herangegangen", sagt Herbig. "Und er passt perfekt auf die Rolle."
Geholfen hat dem Elfjährigen diesmal ausgerechnet, dass er so klein ist und jünger aussieht. "Ich bin nur 1,32 Meter groß, deshalb denken viele Leute, ich bin erst acht", erzählt Jonas, der überhaupt nicht schüchtern ist wie seine Filmfigur Wickie und beim Pressetermin unbekümmert pikante Details über die Kollegen und die Dreharbeiten ausplaudert. So sei eines der Wikingerschiffe am Set Tag für Tag zentimeterweise gesunken. Und seiner kleinen Filmpartnerin, die Wickies Schwester Ylvi spielt, habe er immer angemerkt, wenn sie aufgeregt gewesen sei, weil sie dann ganz viel geredet habe.
Jonas ist da anders. Ehrfurcht hat er keine mehr am Set, zwischen all den prominenten und wichtigen Menschen. Er kennt sich mittlerweile aus im Filmgeschäft. Es ist nicht die erste Rolle des kleinen Jungen mit den wuscheligen, braunen Haaren, der für seine Rolle immer eine rotblonde Perücke tragen musste. Vor zwei Jahren begann seine Karriere als Kinderstar mit dem Auftritt in einem Werbespot für Autos, dann folgte eine Nebenrolle in einem ARD-Spielfilm. 2008 hat er schließlich seine erste Hauptrolle in dem Kinofilm "Das Morphus-Geheimnis" gespielt.
Und nun also "Wickie und die starken Männer", sein bisher größtes Projekt. "Das war schon aufregend für mich", gibt er zu. Klar, dass Jonas später mal Schauspieler werden will. Dabei war es vor zwei Jahren gar nicht seine Idee, sich bei einer Castingagentur für Kinderschauspieler zu bewerben: Eine seiner beiden älteren Schwestern riet ihm dazu, weil er solchen Spaß am Theaterspielen hatte.
Das Schauspielen ist nur eins der vielen Hobbys von Jonas, der mit seinen Eltern, den Schwestern und dem älteren Bruder im bürgerlichen Berlin-Zehlendorf lebt: Er spielt Tennis, Fußball, Cello und Trompete. In der deutsch-amerikanischen Schule, in die er geht, gilt er als "Einser"-Kandidat, und das, obwohl er für die Dreharbeiten zu seinen Filmen viel Unterrichtsstoff verpasst. "Ich bekomme während der Drehzeit Nachhilfeunterricht von einem Privatlehrer."
Seine Klassenkameraden gehen unterschiedlich mit der wachsenden Berühmtheit ihres Mitschülers um. "Manche denken, der muss nicht in die Schule", hat Jonas schon nach den Dreharbeiten zu seinem ersten Kinofilm erzählt. "Dabei muss ich trotzdem Schularbeiten machen und nebenbei noch den Text lernen." Zeit zum Spielen mit Freunden bleibe da selten. Aber er findet es gut, dass seine Freunde gelassen mit der wachsenden Berühmtheit ihres Mitschülers umgehen. Um Autogramme sei er noch nicht gebeten worden. Doch nach der Premiere des Films am 9. September wird sich das wohl ändern.
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