Talent Campus präsentiert Filme über das runde Leder: Kicken auf der Berlinale
zuletzt aktualisiert: 07.02.2005 - 14:19Berlin (rpo). Das runde Leder steht beim Berlinale Talent Campus im Mittelpunkt. Noch bevor der aktuelle Fußball-Wettbetrugsskandal die Schlagzeilen beherrschte, hatte der Berlinale Talent Campus zu einem Kurzfilmwettbewerb zur anstehenden Fußballweltmeisterschaft aufgerufen. "Shoot Goals! Shoot Movies!" lautet das Motto.
Über 600 Filmemacher aus 75 Ländern hatten sich beworben. Am 15. Februar werden die 45 besten Werke vorgestellt. Mit dabei sind auch Sportminister Otto Schily, der Präsident des Organisationskomitees (OK) der Fußball-WM 2006, Franz Beckenbauer, und der vom OK beauftragte Künstler André Heller.
"Ein bisschen schmunzeln mussten wir angesichts der aktuellen Ereignisse schon", sagt Campus-Leiterin Christine Dorn. Denn in dem ein oder anderen der Fußball-Streifen sind durchaus Ähnlichkeiten zu erkennen: So beschäftigt sich der südafrikanische fiktive Kurzfilm "Blow" mit einem Schiedsrichter, der Wetten annimmt und bestochen wird. Und die Kurzdokumentation "Rule 18" berichtet von einer Schiedsrichterschule für die Amateurliga in Mexiko, wo die "Schiris" von Spielern auch mal vermöbelt werden, wenn sie nicht "richtig" pfeifen.
Zum dritten Mal treffen sich abseits von Glamour und Stars Nachwuchsfilmer aus aller Welt im Haus der Kulturen der Welt beim Talent Campus der Berlinale, der in diesem Jahr das Production Design in Filmen in den Mittelpunkt stellt. Unter dem Motto "Designing Your Future" sollen sie die Gelegenheit haben, sich mit Filmprofis und Kollegen auszutauschen.
Neben den Fußball-Filmern wurden rund 500 junge Regisseure, Kameraleute oder Drehbuchautoren aus 90 Ländern eingeladen - über 2.500 hatten sich mit einem Einminutenfilm beworben, in dem sie "ihre Kreativität beweisen mussten". Zum ersten Mal sind in diesem Jahr Teilnehmer aus Swasiland, El Salvador, Bangladesch, Jordanien, Äthiopien, Togo, Panama und Mosambique vertreten.
Im Unterschied zu 2004 seien auch deutlich mehr Experten dabei, 97 aus über 25 Ländern, berichtet Dorn. Zudem habe der Campus seinen Horizont erweitert: "Bislang hatten wir einen sehr westlichen Blick, jetzt sind sämtliche Filmkulturen von Europa über Afrika und Asien bis Lateinamerika vertreten", sagt sie. So gehören in diesem Jahr auch der brasilianische Regisseur Walter Salles und die Kostümbildnerin Emi Wada aus Japan zu den Paten des Campus.
In Workshops oder Diskussionsrunden geht es um Themen wie "Trendsetter, die den Look unserer Welt prägen" - mit Starregisseur Ridley Scott -, "Directing Sex" - mit der französischen Skandalregisseurin und -autorin Catherine Breillat - und das Film-Design der "Harry Potter"-Streifen mit Oscar-Preisträger Stuart Craig. Auch mehrere Preise werden verliehen. Für die Öffentlichkeit ist das Programm täglich ab 14.00 Uhr zugänglich.
"Die Stimmung ist inspirierend und energiegeladen", sagt Dorn über den Campus. Und so beobachtet die Berlinale auch genau, was aus "ihren" Talenten wird. "Wir haben ständigen Kontakt, und im Internet gibt es eine Plattform, auf der sich die Leute austauschen", betont die Campus-Chefin. In Venedig, Cannes und Toronto hätten ehemalige Teilnehmer schon Preise abgeräumt - Ashvin Kumar, Talent aus 2004, ist mit seinem Kurzfilm "Live Action" sogar für einen Oscar nominiert. Im Programm der Berlinale sind in diesem Jahr 16 Talente mit Kurz- und Langfilmen vertreten, darunter ist der Forum-Eröffnungsstreifen "Lost and Found". "Der Talent-Club ist weltweit ganz schön aktiv", sagt Dorn.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






