Europapremiere: King Kong: Jackson erfüllt sich Jugendtraum
zuletzt aktualisiert: 08.12.2005 - 10:08Berlin (rpo). Der mächtige King Kong hat Star-Regisseur Peter Jackson geprägt. "Mit neun Jahren sah ich den Film zum ersten Mal und war fasziniert. Seitdem bin ich Fan", sagt der 44-Jährige. Nach 35 Jahren hat er sich seinen Jugendtraum erfüllt und schuf eine eigene "King Kong"-Version. Eine Woche vor dem deutschlandweiten Kinostart feierte das aufwändig inszenierte Remake am Mittwoch in Berlin seine Europapremiere.
"Ich weinte, als ich als Kind sah, wie Kong starb", erklärte Jackson seine frühe Faszination für den Klassiker aus dem Jahr 1933. "Dieser Film hinterließ einen so großen Eindruck, dass ich noch an diesem Abend beschloss, Regisseur zu werden." Er habe sich gedacht, es müsse faszinierend sein, "diese wundervolle Geschichte mit modernster Technik neu zu erzählen". Und auch seine eigene mittlerweile neunjährige Tochter sei von seinem Film begeistert.
Daher halte er auch nichts von Altersbeschränkungen im Kino. Die Eltern seien dafür verantwortlich zu entscheiden, was ihre Kinder sehen dürften und was nicht.
Einerseits sei der Gorilla brutal und mache Angst. Andererseits könne man auch mit ihm mitfühlen. "Ich hoffe, wir haben Kong so präsentiert, dass man Verständnis für ihn aufbringt und die Tragödie seines Schicksals begreift - denn das ist das Herz unseres Films." Eine solch großartige Geschichte könne auch 2005 neu erzählt werden. "Es gibt nichts auf der Welt, dass diesen Mythos zerstören kann."
Faszinierende Spezial-Effects
Jackson, dessen "Herr der Ringe"-Trilogie mit 17 Oscars ausgezeichnet wurde, erzählt seine eigene Vision des Klassikers - mit zahlreichen faszinierenden Special-Effects, einer computeranimierten Welt voller Dinosaurier und Ekel erregender Ungeheuer. Er führt die Zuschauer 180 Minuten lang in das Jahr 1933, die Zeit der großen Despression in Amerika und erzählt, wie die erfolglose Varieté-Schauspielerin Ann Darrow (Naomi Watts) vom Regisseur Carl Denham (Jack Black) für einen Abenteuerfilm verpflichtet wird.
Zusammen mit dem gesellschaftskritischen Autor Jack Driscoll (Adrien Brody) erreichen sie per Schiff eine unbekannte Insel. Auf der müssen sie und die Schiffs-Crew (unter anderem Thomas Kretschmann) nicht nur gegen furchteinflössende Ureinwohner kämpfen, sondern auch gegen Dinosaurier, unzählige Würmer, Insekten - und natürlich King Kong. Der hat sich mittlerweile in die blonde Schönheit Ann verliebt und will sich nicht von ihr trennen. Der computergenerierte Riesenaffe wird betäubt und nach New York verschleppt. Nach seinem Ausbruch aus einem Theater kämpft er dann auf dem Empire State Building um sein Leben.
Watts sagte, die Dreharbeiten seien für sie sehr anstrengend gewesen. Körperlich sei es eine Herausforderung gewesen, weil sie sehr viel habe springen und hüpfen müssen, wie ein Stuntman.
Brody erklärte, mit dem Film habe sich für ihn ein Traum erfüllt. Es habe Spaß gemacht, in einer Liebesgeschichte mitzuspielen, in einer Geschichte mit Tiefe und Humor. "So habe ich die Chance gehabt, in einer Welt zu leben, in der ich sonst nicht leben kann."
In nächster Zeit werde Jackson erst einmal kein neues Projekt angehen. Mit der "Herr der Ringe"-Trilogie und "King Kong" habe er die letzten zehn Jahre verbracht. Jetzt wolle er erst einmal wieder seine Batterien aufladen und regenerieren, Zeit für seine Familie haben, ganz ohne Hektik. Danach werde er aber wieder neue Filme drehen. "Ich mache einen Film, weil ich ihn sehen will. Vielleicht ist das das Geheimnis meines Erfolgs."
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